Schulpräsident unter Beschuss

Der Sulger Primarschulpräsident Peter Bruggmann steht in der Kritik. Und zwar von Seiten seiner Kolleginnen und Kollegen in der Schulbehörde. Auslöser sind die Kündigungen des Schulleiters und der Pflegerin.

Urs Bänziger
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Peter Bruggmann wird von seinen Behördekollegen beschuldigt, falsche Aussagen gemacht zu haben. (Archivbild: Georg Stelzner)

Peter Bruggmann wird von seinen Behördekollegen beschuldigt, falsche Aussagen gemacht zu haben. (Archivbild: Georg Stelzner)

SULGEN. In einer Medienmitteilung verkündete die Sulger Primarschulbehörde (Tagblatt vom letzten Freitag), dass Schulleiter Robert Züllig und Schulpflegerin Gisela Jud gekündigt hätten und die Primarschule Sulgen auf Ende Januar 2011 verlassen würden. Gleichzeitig wurde bekanntgegeben, dass Primarschulpräsident Peter Bruggmann Ende Juli 2011 von seinem Amt zurücktreten werde.

Befragt zur Kündigung von Schulleiter und Pflegerin, hatte Bruggmann gegenüber dem Tagblatt geantwortet, dass er nicht wisse, was die beiden zu diesem Schritt bewogen habe.

Behörde geht auf Distanz

Diese Aussage Bruggmanns muss seinen sechs Kolleginnen und Kollegen in der Primarschulbehörde sauer aufgestossen sein.

In einer Stellungnahme liess die Schulbehörde gestern verlauten, dass sie sich von den im Interview gegebenen Antworten des Präsidenten distanziere. «Die von Peter Bruggmann gemachten Aussagen, dass die Kündigungen von Schulleiter Robert Züllig und der Schulpflegerin Gisela Jud völlig überraschend eingereicht wurden, und dass die Gründe für die Kündigungen nicht bekannt seien, entsprechen nicht den Tatsachen.» Weiter heisst es in der Stellungnahme, dass Bruggmann nach den Reaktionen, welche sein Interview ausgelöst habe, seinen sofortigen Rücktritt erklärt habe.

Mehr wollte Vizepräsident Emil Harder gegenüber dem Tagblatt dazu nicht sagen.

Weshalb er die Primarschule Sulgen Ende Januar verlassen werde, habe er in seiner Kündigung sehr wohl schriftlich mitgeteilt, betont Schulleiter Robert Züllig. Er wolle seine Gründe jedoch nicht an die Öffentlichkeit tragen. «Mir geht es um die Sache und nicht um Personen. Sulgen hat eine gut funktionierende Primarschule mit engagierten Lehrpersonen.

» Sie habe gekündigt, weil das Vertrauensverhältnis mit dem Vorgesetzten nicht mehr uneingeschränkt gegeben war, sagt Schulpflegerin Gisela Jud. Es sei nicht in Ordnung, dass der Schulpräsident im Interview ihren neuen Arbeitgeber bekanntgegeben habe. «Zumal seine Angabe falsch ist, denn ich wechsle nicht ans Bezirksgericht Weinfelden.»

«Nicht allein verantwortlich»

Er habe, nachdem das Interview erschienen sei, von Behördekolleginnen und Behördekollegen Rückmeldungen erhalten, die ihn spontan dazu bewogen hätten, sein Amt per sofort zur Verfügung zu stellen, sagt Peter Bruggmann. Im Nachhinein sei ihm bewusst geworden, dass dies ohne Rücksprache mit dem Erziehungsdepartement gar nicht möglich sei. Er müsse erst noch abklären, ob er sofort zurücktreten könne. Wie Bruggmann sagt, sei die Zusammenarbeit in der Schulbehörde momentan schwierig.

«Ich kann sagen, was ich will – alles wird falsch ausgelegt.»

Er habe Fehler in seiner Führung gemacht. «Aber ich bin nicht der Alleinverantwortliche.» Er bedaure, dass sein letztes Amtsjahr von Schwierigkeiten in der Behörde überschattet werde. «Nachdem ich seit über 17 Jahren Sulger Primarschulpräsident bin.»

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