Schulhaus Engishofen verkauft

Erlen. Die Erler Gemeindeversammlung spricht sich gegen eine Zweckbindung des Ertragsüberschusses für eine neue Mehrzweckhalle aus. Die Schulgemeindeversammlung stimmt dem Schulhaus-Verkauf an den Förderverein für selbständiges Lernen zu.

Alois Degenhardt
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«Falls in einem halben Jahr der Bau der Mehrzweckhalle beschlossen wird, kommt der Ertragsüberschuss selbstverständlich dem Projekt zugute», beruhigte Gemeinderat Andreas Gsell den Präsidenten der FDP AachThurland, René Knup. Dieser hatte im Namen der FDP Erlen den Antrag gestellt, das Geld zweckgebunden dem Projekt Mehrzweckhalle zuzuweisen und im Falle einer Ablehnung eine gravierende Steuerfusssenkung ins Auge zu fassen.

Steuereinnahmen klar gestiegen

Erfreulich und interessant, so Gemeindeammann Roman Brülisauer, sei das Jahr 2007 gewesen. Die positive wirtschaftliche Entwicklung und weitere Faktoren hätten dazu geführt, dass statt eines budgetierten Rückschlags von 169 000 Franken ein Vorschlag von 473 000 Franken zur Verfügung stehe. Höhere Steuereinnahmen von 375 000 Franken und Finanzausgleichszahlungen des Kantons hätten wesentlich zu diesem Ergebnis beigetragen.

Nach der Erneuerungsrunde im Gemeinderat – mit Sandra Pfiffner, Rodolpha Schäppi und Erwin Toppler wurde die Hälfte der Sitze erneuert – habe sich die Zusammenarbeit gut entwickelt, erklärte Brülisauer. Die Verlagerung der Finanzkompetenz zum Gemeindeammann werde von allen Räten als sinnvoll betrachtet. Dieses Jahr werde sich der Rat neben der Routinearbeit in den Ressorts mit dem Leitbild und strategischen Fragen zur Entwicklung der Gemeinde beschäftigen.

Eigentumsanteile unangetastet

Im Vorjahr hatte die Schulbehörde das Kaufangebot aus Termin- und Preisgründen noch abgelehnt. Jetzt stimmte die Schulgemeindeversammlung dem Verkauf des Schulhauses Engishofen an den Förderverein für selbständiges Lernen zu. Das Interesse am Erwerb des geschützten Schulhauses und der Sonderrechte am Kindergarten war bereits 2007 sehr gering, Unterhalt und Sanierungsbedarf sind erheblich. Deshalb hat die Behörde empfohlen, einem Verkauf unterhalb des offiziellen Schätzwertes zuzustimmen. Vorgeschlagen wurde ein Verkaufspreis von 618 000 Franken. Die Eigentumsanteile der Politischen Gemeinde – Sonderrechte am Feuerwehrlokal und an der Zivilschutzanlage – bleiben unangetastet. Die Räumlichkeiten sollen weiterhin dem Dorfverein zur Verfügung stehen. Vorsorglich hatte Präsident Werner Gsell in der Versammlung eine Verbriefung dieser Rechte gefordert. Die Versammlung stimmte dem Verkauf ohne Gegenstimmen zu.

Auch ohne diesen erheblichen Zustupf kann die Volksschulgemeinde auf ein finanziell erfolgreiches Jahr zurückblicken. Pflegerin Regula Dahinden kommentierte einen Abschluss, der einerseits von geringen Minderausgaben, andererseits von kräftigen Einnahmesteigerungen im Steuerbereich gekennzeichnet war. Die Jahresrechnung und die Zuweisung des Ertragsüberschusses zum Eigenkapital wurden ohne Diskussion genehmigt.

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