Schulhäuser werden teurer

KREUZLINGEN. Am 13. März sagten die Kreuzlinger Ja zu Erweiterungsbauten der Primarschulhäuser Wehrli und Schreiber. Doch die Kredite von 2,2 beziehungsweise 2,4 Millionen Franken reichen nicht. Das Volk muss nochmals an die Urne.

Urs Brüschweiler
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Die Wehrli-Baracke soll durch einen Neubau ersetzt werden. (Bilder: Urs Brüschweiler)

Die Wehrli-Baracke soll durch einen Neubau ersetzt werden. (Bilder: Urs Brüschweiler)

Satte 75 Prozent der Stimmenden sagten im Frühling Ja zu den beiden Schulhausvorlagen. Für 2,2 Millionen Franken bewilligten sie einen Neubau zur Erweiterung des Schulzentrums Wehrli, 2,4 Millionen Franken wurden für einen Neubau zur Erweiterung des Schulzentrums Schreiber gutgeheissen. Opposition gegen die Projekte war keine zu vernehmen. Die Kreuzlinger stimmten dem Ziel zu, dass die Stadt vier gleichwertige Primarschulen erhält und die heutigen Pavillons ersetzt werden.

Knackpunkt Minergiestandard

Doch der Baubeginn, welcher ursprünglich im letzten Sommer angedacht war, verzögerte sich. Zuerst dauerte die Erteilung der Baubewilligungen länger als erwartet, weil die Bauverwaltung bereits die kompletten Unterlagen über den Nachweis des für öffentliche Bauten vorgeschriebenen Minergiestandards verlangte, erklärt Schulpräsident Jürg Schenkel. Die Baubewilligungen lägen jetzt aber für beide Schulhäuser vor. Doch Schenkel hat nun ein anderes Problem. Die Schulhäuser werden teurer als die vom Volk bewilligten Kredite. «Beim Schreiber-Schulhaus liegen wir 110 000 Franken über dem Kostenvoranschlag von 2,39 Millionen Franken.» Beim Wehrli sind es rund 300 000 Franken mehr als die in der Abstimmungsbotschaft aufgeführten 2,2 Millionen Franken.

Die heutigen Zahlen beruhen auf konkreten Offerten. Bis zur Volksabstimmung sei man, wie das üblich sei, von einer Berechnung aufgrund eines Kubikmeterpreises ausgegangen. «Wir waren damals der Meinung, dass es reichen sollte.»

Unterschätzt habe man hauptsächlich die Kosten, welche die Minergiebauweise verursachen. «Das lässt sich schwer berechnen, und wir haben da auch noch zu wenige Erfahrungswerte», sagt Schenkel. In beiden Schulhäusern brauche es zum Beispiel eine Lüftungsanlage, wofür man jeweils rund 120 000 Franken investieren müsse. Es waren aber noch weitere Punkte ausschlaggebend für die höheren Kosten.

Ein Nachtragskredit vors Volk

Beim Schreiber habe die Schulbehörde entschieden, den Nachtragskredit im Rahmen ihrer Kompetenz (einmalige Ausgaben bis 200 000 Franken) selber zu bewilligen. Baubeginn soll im Januar sein. Für den Nachtragskredit von 300 000 Franken beim Wehrli müssen die Bürger im März nochmals an die Urne. «Wir werden das sauber vorlegen», sagt Schenkel. Bei einem Ja werde dann sofort mit dem Bau begonnen.

Beim Schulpräsidium wird für das Schreiber-Schulhaus geplant.

Beim Schulpräsidium wird für das Schreiber-Schulhaus geplant.