Schulgemeinde ist enttäuscht

Der Gemeinderat von Uttwil hat im Sinn, den Volg in die geplante Mehrzweckhalle zu integrieren. Nun bleibt der Laden mindestens fünf Jahre am Dorfplatz. Der Gemeindepräsident sagt nichts dazu. Das erstaunt die Schulgemeinde.

Tanja von Arx
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Der Volg in Uttwil investiert am alten Standort beim Dorfplatz eine halbe Million Franken. Nach der Renovation wird die Ladenfläche kleiner. (Bilder: Nana do Carmo)

Der Volg in Uttwil investiert am alten Standort beim Dorfplatz eine halbe Million Franken. Nach der Renovation wird die Ladenfläche kleiner. (Bilder: Nana do Carmo)

UTTWIL. Sie würden sich in den nächsten Wochen besprechen und entscheiden, wie es weitergeht. Das sagte Josef Arnold, Vizegemeindepräsident von Uttwil, im Juli. Die Behörde wollte über die Zukunft des Volg im Dorf bestimmen. Seither ist nichts mehr passiert.

«Wir können zur Zeit keine detaillierte Auskunft geben», sagt Gemeindepräsident Stephan Good nun auf Anfrage. Es ging um die Frage, ob der Volg vom Dorfplatz in die Mehrzweckhalle zieht, die der Gemeinderat bauen möchte. Ein Projektwettbewerb dafür ist ausgeschrieben, und die Gemeindeversammlung hat einen Kredit von 160 000 Franken gutgeheissen. Jetzt investiert der Volg jedoch am alten Standort eine halbe Million Franken – was im Dorf zu reden gibt.

Vertrag über fünf Jahre

«Volg hat mit Liegenschaftenbesitzer Marcel Gmünder einen Mietvertrag über die kommenden fünf Jahre abgeschlossen», sagt Bereichsleiter Andrea Sutter gegenüber unserer Zeitung. Es gebe die Option auf eine mehrjährige Verlängerung.

Der Laden werde Anfang nächstes Jahr umgebaut und anschliessend wiedereröffnet, sagt Sutter.

Vorgängig sah es so aus, als würde der Volg in die neue Mehrzweckhalle mit Gemeindesaal und mehr Platz für einen Laden ziehen. «Der Volg ist auf uns zugekommen, als er vom Vorhaben erfuhr», sagt Vizegemeindepräsident Arnold. In der Folge kündigte Liegenschaftenbesitzer Gmünder dem Volg den Mietvertrag auf Ende Jahr. Er sei dazu gezwungen gewesen, sagt Gmünder. Zuwarten und ohne neuen Mieter dastehen, wenn der Volg ginge, könne er nicht. Denn einig sind sich Gmünder und der Volg in einem Punkt: Zwei Läden im Dorf sind einer zu viel. Der Volg focht die Kündigung aber an, und auf der Schlichtungsstelle wurde man sich einig.

Sieger Ende Monat bekannt

Zwar sagt Gemeindepräsident Good nichts zur Zukunft des Volg, er äussert sich aber zum Projektwettbewerb (siehe Kasten). Dieser läuft weiter. «Letzten Freitag wurde die Jurierung abgeschlossen.» In einem nächsten Schritt nehme der Gemeinderat Stellung zur Empfehlung der Planungskommission und verabschiede das Projekt. «Am 29. September wird über den Sieger informiert.»

Die zurückhaltende Kommunikation kommt nicht bei allen gut an. Sie sei erstaunt und enttäuscht, sagt Schulpräsidentin Rebecca Hirt. Die Schulgemeinde müsste der politischen Gemeinde nämlich Land für die Mehrzweckhalle abtreten. Sie hätte das Projekt unterstützt, weil der Gemeinderat bei der Kredit-Abstimmung den Erhalt eines Dorflädelis ins Zentrum stellte. «Einen Laden wollen wir auf jeden Fall», sagt Hirt. So nah an der Schule hätte man ihn sich aber nicht gewünscht. «Wir befürchten mehr Verkehr, dass es zu Littering auf dem Pausenplatz kommt und der Laden eine negative Auswirkung auf das Konsumverhalten der Kinder hat.» Jetzt, da sich die Situation anders gestaltet, hätte sie erwartet, dass die Schulgemeinde darüber ins Bild gesetzt wird. Vizegemeindepräsident Arnold bleibt bei seiner Aussage, die er vor zwei Monaten gemacht hat: «Zuletzt entscheidet das Volk.» Darüber, ob die Mehrzweckhalle wie geplant gebaut wird, oder allenfalls ohne Räumlichkeit für ein Lädeli.

Stephan Good Gemeindepräsident von Uttwil (Bild: Nana do Carmo / TZ)

Stephan Good Gemeindepräsident von Uttwil (Bild: Nana do Carmo / TZ)