Schule wird Mehrfamilienhaus

GÖTIGHOFEN. Auf der Südseite des alten Götighofer Schulhauses fallen die neuen Balkone auf. Wesentlich mehr verändert sich jedoch im Innern des Gebäudes.

Hannelore Bruderer
Drucken
Teilen
Architekt Walter Schindler und Schulbehördenmitglied Kilian Zwick begutachten die Fortschritte beim Umbau des Schulhauses. (Bild: Hannelore Bruderer)

Architekt Walter Schindler und Schulbehördenmitglied Kilian Zwick begutachten die Fortschritte beim Umbau des Schulhauses. (Bild: Hannelore Bruderer)

Im alten Schulhaus geben sich die Handwerker die Klinke in die Hand. Im Frühling sollen drei neue, kinderfreundliche Wohnungen bezugsbereit sein. Im März 2014 haben die Stimmbürger der Schulgemeinde Götighofen dem Umbau des 1875 erbauten Schulhauses zugestimmt und einen Kredit von 1,35 Mio. Franken gesprochen.

Geschütztes Objekt

Die Liegenschaft wird vom Denkmalschutz als wertvoll eingestuft, was bei der Planung berücksichtigt werden musste. So wirkt das Schulhaus von aus-sen, abgesehen von der Südfassade mit den neuen Balkonen, kaum verändert. «Im Innern haben wir fast alles entfernt», berichtet Architekt Walter Schindler. Das wird beim Rundgang durch die Baustelle klar.

Bevor die Handwerker die Aussenwände von innen mit einer Wärmedämmung versehen, kontrollieren sie das Mauerwerk und bessern schadhafte Stellen aus. Hinter den Abdeckungen seien zum Teil angefaulte Holzbalken zum Vorschein gekommen, erklärt der Architekt. Damit habe man aber gerechnet, sei der Unterhalt des alten Schulhauses in den letzten Jahren doch stark vernachlässigt worden. Damit die Statik nach dem Umbau wieder stimmt, sind einige tragende alte Holzelemente durch Stahlträger ersetzt worden.

Die Räume sind komplett neu eingeteilt worden. Nur Details wie die schmalen, gusseisernen Säulen erinnern an die vergangene Nutzung des Hauses. Jede Wohnung verfügt über eine Garage oder einen Carport sowie über Hobbyräume. Das Warmwasser wird mit einer Solaranlage aufbereitet, beheizt wird das Gebäude von der zentralen Heizung der Schulanlage aus.

Projekt nimmt Fahrt auf

Mit dem Projekt «Kinder für unsere Schule – Schule für unsere Kinder» versucht die Primarschulgemeinde Götighofen, den Schulstandort langfristig zu sichern. Der Umbau des Gebäudes ist Teil dieser Strategie. Die drei grosszügigen Wohnungen sollen an Familien mit Kindern vermietet werden. Sie erhalten pro primarschulpflichtiges Kind eine Mietzinsreduktion. «Zwei Wohnungen sind so gut wie vermietet», sagt Schulbehördenmitglied Kilian Zwick, der die Baukommission leitet.

Auch für die Wohnung im obersten Stockwerk, von der aus man einen schönen Ausblick auf die Berge des Alpsteins hat, sieht es laut Kilian Zwick gut aus. Mit den Fortschritten auf der Baustelle sind er und Architekt Walter Schindler zufrieden. Man liege im zeitlichen und finanziellen Rahmen, bestätigen sie.