Schule will Hallenbad abtreten

KREUZLINGEN. Die Kreuzlinger Sekundarschulvorsteherschaft will das Thermalbad Egelsee für einen symbolischen Franken der Stadt Kreuzlingen übergeben. Der Stadtrat will den Vorschlag nun prüfen.

Martin Bänziger
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Das Hallenbad Egelsee soll für einen symbolischen Franken von der Schulgemeinde an die Stadt Kreuzlingen übergehen. (Bild: Stefan Schaufelberger)

Das Hallenbad Egelsee soll für einen symbolischen Franken von der Schulgemeinde an die Stadt Kreuzlingen übergehen. (Bild: Stefan Schaufelberger)

Die Sekundarschulbehörde will klare Verhältnisse in der Betriebsstruktur des Hallenbads schaffen und leitete deshalb Anfang Mai einen Verkaufsvorschlag an den Stadtrat weiter.

Das Projekt der Erweiterung des Thermalbads könne nicht von zwei Körperschaften weiterverfolgt werden, koste es doch ein paar Millionen, sagt Schulpräsident Jürg Schenkel.

Für die Akzeptanz beim Souverän sowie für die Realisierung der Erweiterung mit einem zusätzlichen Schwimmbecken sei es wichtig, kurze und effiziente Entscheidungswege zur Verfügung zu haben.

Gehört nicht zum Kerngeschäft

Die Sekundarschulbehörde bezwecke mit ihrem Vorschlag, das Hallenbad für einen Franken der Stadt abzutreten, dagegen nicht, einen defizitären Betrieb loszuwerden.

«Für das Hallenbad berappt die Schule jährliche Defizite von rund 300 000 Franken; wenn wir das Thermalbad der Stadt abtreten, zahlen wir eine Jahresmiete von 250 000 Franken», präzisiert Schenkel.

Der Schulpräsident verweist weiter auf den Umstand, dass das Führen von Hallenbädern nicht zum Kerngeschäft einer Schulbehörde gehöre und dass bei einer Führung durch die Stadt auch Synergien mit dem Schwimmbad Hörnli erzielt werden könnten.

Wer führt Hallenbäder?

Für Jürg Schenkel ist auch denkbar, dass die Technischen Betriebe das Hallenbad managen und so ihre Selbständigkeit als öffentlich-rechtliche Anstalt unter Beweis stellten. Auf jeden Fall seien einfache Strukturen in der Betriebsführung zu schaffen, um Einnahmen und Kosten übersichtlich darlegen zu können. Der Kreuzlinger Schulpräsident erwartet, dass der Stadtrat seinem Vorschlag im Interesse der Sache zustimmen wird.

In der Folge gehe es darum, dass die Stadt die Erweiterung mit einem zusätzlichen Becken projektiere und das Bauprojekt über den Gemeinderat in die Volksabstimmung bringe. In der Volksabstimmung müsse der Souverän über zwei Vorlagen abstimmen. Die Stimmberechtigten von Kreuzlingen, Lengwil und Bottighofen hätten dem Besitzerwechsel zuzustimmen, und der Kreuzlinger Souverän müsse den Projektierungskredit gutheissen.

Stadtammann Andreas Netzle informiert auf Anfrage, dass die Kreuzlinger Exekutive den Verkaufsvorschlag der Sekundarschulbehörde erhalten habe. Man werde das Angebot prüfen und der Schulbehörde die Haltung des Stadtrats in einem Gespräch mitteilen. Weiteres könne er im jetzigen Zeitpunkt nicht bekanntgeben, betont der Kreuzlinger Stadtammann.

Jürg Schenkel (Bild: red.)

Jürg Schenkel (Bild: red.)