«Schule vermittelt Werte fürs Leben»

HAUPTWIL. Nach langem Suchen hat sich in Hauptwil ein Kandidat für die Volksschulbehörde gemeldet. Daniel Vontobel möchte Martin Broglis Nachfolger werden. Am 26. Juni ist der zweite Wahlgang.

Andrea Kern
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Kandidat Daniel Vontobel auf dem Balkon seines Hauses. (Bild: Andrea Kern)

Kandidat Daniel Vontobel auf dem Balkon seines Hauses. (Bild: Andrea Kern)

Die Schule ist Daniel Vontobel nicht fremd. Nicht nur, weil er drei kleine Kinder hat. Oder weil er zurzeit einen Master an der Fachhochschule Rapperswil macht. Aber auch nicht, weil er natürlich selber einmal zur Schule musste. Der Softwareingenieur lernte ursprünglich Primarlehrer. Doch unterrichtet hat er auf dieser Stufe nie – erst später nebenamtlich in der Erwachsenenbildung. «Als ich die Ausbildung beendete, gab es eine Lehrerschwemme», sagt der 45-Jährige.

Anders als heute sei es deshalb schwierig gewesen, eine Stelle als Primarlehrer zu finden. So entschied er sich für einen Quereinstieg in die Informatik, die damals, Mitte der Achtzigerjahre, noch eine andere Bedeutung hatte. «In den Kursen lernten wir programmieren und schraubten Computer auseinander», blickt er schmunzelnd zurück.

Vorerst kein eigentliches Ressort

Nun möchte Daniel Vontobel den Standort Hauptwil in der Volksschulgemeinde Bischofszell vertreten. Lange Zeit sah es so aus, als ob sich kein Nachfolger für Martin Brogli finden würde. So lange, dass beim ersten Wahlgang Mitte Mai kein offizieller Kandidat zur Verfügung stand. «Kurz zuvor wurde ich angefragt, ob ich mich für das Amt interessieren würde.»

Wie bei anderen Interessenten war auch bei ihm der zeitliche Faktor von Bedeutung. Ausschlaggebend sei die Information gewesen, dass er in der jetzigen Zwischenlegislatur, die noch zwei Jahre dauert, kein eigentliches Ressort übernehmen würde. «Martin Brogli ist für die strategische Planung zuständig, die – bereits aufgegleist – vor allem überwacht werden muss», erklärt er. So hätte er genügend Zeit, sich im Gremium einzuleben, um das Ressort danach allenfalls zu übernehmen. Was er sich gut vorstellen könnte. «Von meinem Beruf her ist mir die strategische Planung vertraut.»

Mehr als Unterricht

Daniel Vontobel ist in Wängi aufgewachsen und wohnt seit 2005 mit seiner Frau Karin Schiess in Hauptwil. In den vergangenen Jahren hinzugekommen sind die Kinder Gian (3) und die Zwillinge Lia und Rico (2). Dass ihn seine Familie unterstütze, habe nicht unwesentlich zur Kandidatur beigetragen. «Zudem ist mir wichtig, meine Kinder in einer guten Schule zu wissen.» Denn Schule ist für ihn mehr als Unterricht. «Ob Toleranz gegenüber Andersdenkenden oder Umweltbewusstsein: Sie vermittelt Werte fürs Leben.»

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