Schule senkt Steuern noch nicht

KREUZLINGEN. Die beiden Budgets von Primarschule und Sekundarschule Kreuzlingen sehen für 2015 markante Überschüsse vor. Kleinere Steuerfusssenkungen haben die jeweiligen Behörden intensiv diskutiert. Noch ist die Zeit aber nicht reif dafür.

Urs Brüschweiler
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Jürg Schenkel Schulpräsident Kreuzlingen. (Bild: Nana do Carmo)

Jürg Schenkel Schulpräsident Kreuzlingen. (Bild: Nana do Carmo)

Senken oder oben lassen? Die Frage nach der Entwicklung des Steuerfusses stellt sich aktuell nicht nur beim Budget der Stadt. Auch bei den beiden Kreuzlinger Schulgemeinden wäre offenbar etwas Luft vorhanden. Schulpräsident Jürg Schenkel stellte gestern mit Finanzchefin Susanne Burgmer die Voranschläge für 2015 vor, über welche die Stimmberechtigten am 30. November zu entscheiden haben.

Senkung: «Ernsthaft geprüft»

Das Budget der Primarschule rechnet mit einem Ertragsüberschuss von rund 790 000 Franken, jenes der Sekundarschule mit rund 480 000 Franken. Die Steuerfüsse sollen dennoch unverändert bei 46 beziehungsweise 32 Prozent belassen werden. «Wir haben in den Behörden die Möglichkeit einer Steuerfusssenkung ernsthaft geprüft», sagte Schenkel. Diskutiert wurde in erster Linie eine Reduzierung um ein Prozent bei der Primarschule, da hier die bessere Eigenkapitalbasis vorhanden sei. Dennoch wurde – zumindest für das kommende Jahr 2015 – noch davon abgesehen. «Wir wissen nicht sicher, ob die prognostizierten, stark steigenden Steuereinnahmen wirklich auch nachhaltig sein werden», sagte Schenkel. Unerwartete wirtschaftliche Entwicklungen könnten schnell dazu führen, dass die Situation kippe, und bei den Ausgaben sei der «Bremsweg» sehr lang.

Schlucken müssen die beiden Schulgemeinden zudem zusätzliche Lasten, welche von kantonaler Seite kommen. Zusammen müssen sie 2015 als Folge der aktuellen Leistungsüberprüfung (Lüp) und der neuen Lehrerbesoldung über eine Million Franken mehr stemmen als noch im laufenden Jahr, wie Schenkel vorrechnete.

Thermalbad: Zukunft offen

Der Schulpräsident betonte, dass in der gesamten Schule die Infrastruktur à jour sei, entsprechend herrsche kein Investitionsstau. Nur die Zukunft des Thermalbads Egelsee sei nicht geklärt. Nach dem Nein zum städtischen Schwimmhallen-Projekt verbleibt die Anlage vorläufig im Besitz der Sekundarschulgemeinde. Im Budget 2015 ist lediglich der normale Unterhalt vorgesehen. Sollten später grössere Investitionen anfallen, würde dies die Finanzen natürlich zusätzlich belasten.

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