Schule gibt sich eine Zukunft

UTTWIL. Der Einführung des Dreiklassensystems an der Primarschule Uttwil steht nichts mehr im Wege. Die Stimmbürger haben am Montagabend den Weg freigemacht.

Markus Schoch
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An einer ausserordentlichen Versammlung bewilligten 30 anwesende Schulbürger einstimmig einen Kredit in der Höhe von 665 000 Franken für den Umbau der beiden Schulhäuser. Damit können die nötigen Gruppenräume und Lehrerarbeitszimmer geschaffen werden, ohne die es mit dem neuen Schulmodell nicht geht.

«Ich freue mich auf das, was kommt. Und ich bin sicher, es wird eine tolle Sache», sagte Schulpräsidentin Rebecca Hirt.

Umstellung in einem Jahr

Das Dreiklassensystem soll auf Beginn des Schuljahres 2016/17 eingeführt werden. Bis dahin sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein, mit denen voraussichtlich Anfang des nächsten Jahres begonnen wird.

Für die Primarschulgemeinde ist die Umstellung eine Frage des Überlebens. Würde sie am heutigen Einklassensystem festhalten, müsste die Schule früher oder später geschlossen werden, machte Hirt unmissverständlich klar. Der Grund: Die Schülerzahlen sinken stark und schnell. Heute besuchen 148 Kinder den Unterricht in Uttwil, in drei Jahren dürften es gemäss Prognosen nur noch 118 sein, und im Jahr 2021 ist mit weniger als 100 Schülern zu rechnen.

Pädagogisch nicht sinnvoll

Die Klassen wären so klein, dass der Kanton nicht tatenlos zusehen könnte, wenn die vorgeschriebene Grösse auf Dauer unterschritten würde. Ganz abgesehen davon, dass so kleine Klassen auch pädagogisch nicht sinnvoll wären und die Steuerzahler teuer zu stehen kämen, sagte Hirt. Darum habe die Schulbehörde gehandelt.

Zu Beginn werden je drei Unterstufen- und drei Mittelstufen-Abteilungen geführt. Ab August 2018 sind noch zwei Unterstufen-Abteilungen und ab August 2021 noch zwei Mittelstufen-Abteilungen geplant. Das System sei flexibel. Schwankungen bei den Schülerzahlen seien kein Problem, sagte Hirt.

Gleichzeitig Sanierung

Etwa fünf Sechstel der Kosten fallen beim Umbau des Unterstufen-Schulhauses an, dessen älterer Teil in den 1960er-Jahren erstellt wurde und der jetzt im Zuge der anstehenden Arbeiten teilweise saniert und erdbebensicher gemacht wird, erklärte Architekt Cyrill Bischof. Im Mittelstufen-Schulhaus brauche es für das neue Raumkonzept nur relativ einfache, punktuelle Eingriffe

Eine Schulbürgerin hätte sich gewünscht, dass die Gelegenheit genutzt worden wäre, auch gleich die Toiletten und Duschen bei der Turnhalle zu erneuern. Auf eine Totalsanierung habe die Behörde aus Kostengründen verzichtet, sagte Hirt. Zumal es in technischer Hinsicht nichts auszusetzen gebe, so Architekt Bischof. Diese Aussage zogen zwei Schulbürger in Zweifel. Es gehe beim Duschen sehr lange, bis warmes Wasser fliesse, meinten sie.

Hirt nahm die Anregung entgegen. Und sie versprach: «Wir schauen das gerne an.» Dass ein gewisser Handlungsbedarf bestehe, sei unbestritten. «Es sind eine Spezialreinigung und punktuelle Massnahmen wie der Ersatz von Beleuchtung, Spiegel, Lavabos etc. wo nötig vorgesehen und im Kredit enthalten», sagte sie.