Schule braucht mehr Raum

SCHERZINGEN. Das Scherzinger Schulhaus platzt aus allen Nähten. Ein Pavillon soll die Situation kurzfristig entspannen. Die Behörde beantragt daher einen Kredit von 320 000 Franken. Langfristig muss aber eine andere Lösung her.

Martina Eggenberger Lenz
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Auf dem Kiesplatz zwischen dem Primarschulhaus und dem Kindergarten wird der Pavillon plaziert. (Bild: Martina Eggenberger Lenz)

Auf dem Kiesplatz zwischen dem Primarschulhaus und dem Kindergarten wird der Pavillon plaziert. (Bild: Martina Eggenberger Lenz)

Die Primarschulgemeinde Münsterlingen muss sich nicht über sinkende Schülerzahlen beklagen. Im Gegenteil: in Scherzingen wurde im Schuljahr 2009/2010 eine zusätzliche Klasse eröffnet, vor allem aufgrund der regen Bautätigkeit. Und wie die aktuellen Geburtenzahlen bestätigen, kommt in zwei Jahren nochmals eine halbe Klasse dazu, in drei Jahren sogar eine ganze. «Heute besuchen in Scherzingen 131 Kinder die Schule, auf das Schuljahr 2015/2016 werden es 161 Kinder sein», sagt Schulpräsidentin Andrea Epper. Berücksichtigte man die Bautätigkeit ebenfalls, dann müsste man sogar von noch höheren Zahlen ausgehen.

Zu wenig Gruppenräume

Die Platzsituation im Schulhaus ist schon heute angespannt. Seit der Einführung des Frühenglisch ist die Stundenplanung schwierig. Die Englischlehrerin muss ständig von Zimmer zu Zimmer pendeln und es fehlt an Gruppenräumen, die für die heutigen Unterrichtsformen unentbehrlich sind. In Scherzingen wird aktuell sogar die Bibliothek als Gruppenraum benutzt. Deutsch als Zweitsprache wird in einem kleinen, schlecht geeigneten Raum unterrichtet.

«Die Situation ist brenzlig», fasst Epper zusammen. Nachdem der Vorschlag, im Zuge der Sanierung der Mehrzweckhalle dort Schulraum einzubauen, auf wenig Gegenliebe stiess, präsentiert die Behörde nun eine andere Lösung. Für 320 000 Franken soll auf dem Kiesplatz zwischen Schulhaus und Kindergarten ein Pavillon erstellt werden. Das Volk entscheidet am 24. Januar.

Zwischenlösung für vier Jahre

Im Pavillon würden ein Klassenzimmer und ein Gruppenraum Platz finden. «Somit wäre wieder ein angemessener Unterricht möglich», sagt die Schulpräsidentin. Andrea Epper sieht den Pavillon als Provisorium für vier Jahre. Welche Klasse einziehe, sei noch offen. Die Behörde hoffe auf das Verständnis der Stimmbürger. Ein kurzfristiger «Umzug» einer Klasse nach Landschlacht sei für sie keine Lösung, so die Präsidentin. Im Nachbardorf musste diesen Sommer eine Abteilung geschlossen werden. «Nun sind die Zahlen aber stabil.» Einerseits sei der freie Raum bereits umgenutzt worden und andererseits würde der Transport der Schüler nach Landschlacht ebenfalls Geld kosten, so Epper.

Ergänzungsbau wird geprüft

Spätestens wenn 2015/2016 eine zusätzliche Kindergartenklasse eröffnet werden müsse, reiche der Pavillon nicht mehr aus. «Aufgrund der vorliegenden Zahlen müssen wir längerfristig planen», sagt Epper. Die Behörde prüfe aktuell Möglichkeiten. Eine davon sei ein Ergänzungsbau. Ein solcher könnte beispielsweise auf der Landreserve der Schule, nördlich angrenzend an das bestehende Areal, entstehen.