Schulanfang

Leuchtturm

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Für fast eine Million Schüler in der Schweiz und deren fast 90000 Lehrer hat nach den Sommerferien der Unterricht begonnen. Im Thurgau sollen etwa 3000 Kinder in die Primarschule eingetreten sein. In Romanshorn sind es wohl einige hundert Kinder und Jugend­liche, die in Kindergarten, Primar- oder Sekundarschule oder an der Kanti eine neue Welt erleben.

Gleich zwei Schulhäuser werden in unserer Gemeinde gebaut: die Sek Weitenzelg und die Quartierschule Im Grund. Es wird eine Fassade mit Holzschindeln haben, und der Kreislauf des Holzes wird im Unterricht thematisiert. Auch an der Kanti werden mit Innen- und Aussenräumen innovative Ansätze umgesetzt, die modernen pädagogischen Erkenntnissen entsprechen.

All das sind Investitionen für die Zukunft. Im Magazin «Das Gehirn» las ich, dass die Verben «lehren», «lernen» und «leisten» vom Wort Leiste abstammen im Sinne von einer Leiste folgen, sich daraufhin ausrichten, danach orientieren. Man kann dies auch «Vorbild» nennen oder «Bezugsperson». Denn was ein Kind braucht, ist eine Beziehung – zu einem lebendigen, liebevollen und vertrauenswürdigen Menschen (die Wörter ‹leben›, ‹lieben› und ‹glauben› haben derselben Wurzeln).

Beim Weitenzelg sah ich eine Mutter, die mit ihren kleinen Kindern beim Abriss zusah. Vielleicht war sie da zur Schule gegangen. Aber ich wette, dass sie nicht den Mauern nachtrauerte, sondern dass vielmehr Erinnerungen an Begegnungen und Beziehungen in ihr aufkamen. Ich hoffe, dass sie in der Schule positive Erfahrungen gemacht hat, dass sie Ermutigung, Freude und Vertrauen erlebt hat. Das wünsche ich auch heute allen Schülern und Lehrern von Herzen. Und nicht Entfremdung, Reglemente und Anwälte, wovon ich leider immer wieder lese.

Mark Kilchmann-Kok