Schon wieder Gefahr für Fische

SALMSACH. Am Donnerstag gab es erneut eine Gewässerverschmutzung in der Salmsacher Aach. Bereits Ende August waren Tausende Fische qualvoll verendet. Der Verursacher ist vermutlich in beiden Fällen der gleiche.

Luisa Gomringer
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Markus Zellweger Fischereiaufseher (Bild: Reto Martin)

Markus Zellweger Fischereiaufseher (Bild: Reto Martin)

Die Umstände liegen noch im Dunkeln, die Folgen sind aber unübersehbar. Am Donnerstag wurde schon wieder eine Gewässerverschmutzung in der Salmsacher Aach zwischen Hungerbühl und dem Bodensee festgestellt.

«Wo genau es passierte und ob es eine Vergiftung war, ist unklar, doch das Amt für Umwelt ist bereits an der Sache dran», sagt der Salmsacher Gemeindepräsident Martin Haas. «Es ist eine sehr unangenehme Sache, und ich finde es traurig.»

Fischer lassen nicht locker

Bereits Ende August verendeten in der Aach im selben Abschnitt wegen Gewässerverschmutzung Tausende Fische. Für die Fischer war damals sofort klar, dass Gift die Ursache sein muss, und es war ihnen auch klar, aus welcher Leitung es in den Fluss gekommen war.

Da sie jedoch keinen Beweis für ihre Vermutung hatten, konnten sie keine Anzeige erstatten. Doch auf sich beruhen lassen wollten sie die Angelegenheit trotzdem nicht. Die Fischer nahmen deshalb an der fraglichen Stelle Wasserproben. Das Ergebnis der Untersuchung bestätigte ihren Verdacht, und so wurde mit einem Kanalfernseher eine Nachkontrolle durchgeführt.

Markus Zellweger Fischereiaufseher (Bild: Reto Martin)

Markus Zellweger Fischereiaufseher (Bild: Reto Martin)

Der Verursacher konnte identifiziert werden, er muss für den Schaden aufkommen. Es deutet einiges darauf hin, dass er auch für die Verschmutzung der Aach vom letzten Donnerstag verantwortlich ist. Wie teuer es für ihn wird, ist noch nicht klar. «Es muss noch geprüft werden, ob das Ganze nur ein Unglück oder tatsächlich eine Fahrlässigkeit war», sagt Heinz Ehmann, Chef der Abteilung Gewässerqualität des Kantons Thurgau.

«Darf nicht mehr vorkommen»

«Es wird Zeit, dass man den Dingen mehr nachgeht und Nägel mit Köpfen macht. Wie viele Male soll denn noch so etwas passieren, bis die Verursacher aufhören, ihr giftiges Abwasser in die Aach fliessen zu lassen?», fragt sich Fischereiaufseher Markus Zellweger. «So etwas darf einfach nicht mehr vorkommen, gerade wenn man doch schon so oft vor Ort war. Man muss sich das einmal vorstellen: Tausende Fische sind wegen des Gifts erstickt.»

Für die Fischer ist der von der Verschmutzung betroffene Abschnitt vorerst Sperrgebiet. «Die Fischpächter wissen, dass sie die Fische dort erstmal in Ruhe laichen lassen sollten», sagt Zellweger.

Erholung wird Jahre dauern

Im Frühling werden die Fischer anfangen, einjährige See- und Bachforellen in der Aach auszusetzen. «Die anderen Arten, wie Barbe, Gründling, Alet und Schmerle wandern von alleine wieder ein», sagt Zellweger.

Bis sich der Fischbestand wieder vollständig erholt, dauert es aber gemäss Zellweger «sicherlich fünf bis acht Jahre».

Tote Fische: In der Aach sind vor einigen Wochen Tausende erstickt. (Archivbild: Nana do Carmo)

Tote Fische: In der Aach sind vor einigen Wochen Tausende erstickt. (Archivbild: Nana do Carmo)