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Schönste Orte

Als wir damals nach Kreuzlingen zogen, sagte man uns: «Das Schönste hier ist Konstanz! Klar, auch der Seepark mit dem Tiergehege, den verwunschenen Wegen und naturnahen Tümpeln mit Wasservögeln.» Dort war ich mit einer Freundin verabredet.
Brigitt Loretan

Als wir damals nach Kreuzlingen zogen, sagte man uns: «Das Schönste hier ist Konstanz! Klar, auch der Seepark mit dem Tiergehege, den verwunschenen Wegen und naturnahen Tümpeln mit Wasservögeln.» Dort war ich mit einer Freundin verabredet. Ich war spät dran, eilte durch die Bahnhofunterführung und die schmale Rampe hinauf zu Gleis 5. Vor mir ein alter Mann mit Rollator, ein Schwarm Schüler, eine Dame auf hochhackigen Schuhen mit Hündchen. Oben fuhren die Züge ein. Ein Strom von Menschen kam mir in der engen Gasse entgegen. Nirgends eine Lücke zum Durchzwängen. Langsam wurde ich mitgeschoben, mehr angepufft und von einer Marlboro angeraucht.

An der Station Kreuzlingen Hafen traf ich die Freundin. «Wir können durch die neue Unterführung direkt in den Seepark gehen», sagte sie. Tatsächlich: Eine breite Treppe führt in die hallengrosse Unterführung, rechts steigt sanft die Rampe zu Gleis 3 hoch, wo täglich sechs Schnellzüge der Linie St. Gallen–Konstanz halten. Kein Mensch, kaum ein Kaugummi-Fleck auf dem Boden, über uns das imposante Dach.

Bei der Rückkehr nach Romanshorn herrscht wieder dichtes Gedränge im Aufgang von Gleis 4 und 5. Die Leute eilen auf den IC, in die Busse, zum Taxi – müde, geschäftig oder schwatzend. Das gefällt mir an unsrem Bahnhof und der dürftigen Unterführung, die kein pompöses Bauwerk, sondern absoluter Zweckbau ist. Sie führt die Leute ohne Geplänkel in die Stadt, nach Hause oder an den See.

Nein, die Bahnhofunterführung ist bestimmt nicht der schönste Ort in Romanshorn. Wenn ich hier danach frage, nennen die Leute den See, die Promenade oder das Schloss mit der grandiosen Terrasse. Leider war das Schlosshotel den ganzen Sommer über leer, kein Getränk, keine Mahlzeit, keine Gäste. Die bei Wikipedia einzige Sehenswürdigkeit war verwaist. Es war wohl der Romanshorner Wermutstropfen dieses Sommers!

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