«Schöner ist es nirgendwo»

ARBON. Eine neue Kantonsstrasse wird die Altstadt ab 2014 entlasten. Die Neugestaltung des Lebensraums in der Kernzone wird für Jahre zur wichtigsten Aufgabe des Quartiervereins. Präsidentin Christine Schuhwerk lässt viel Denkarbeit einfliessen.

Hedy Züger
Drucken
Teilen
Bei weniger Verkehr 2014 mehr Musse: Blick vom Kappeli über die Hauptstrasse zum Haus Kreyenbühl. (Bild: Max Eichenberger)

Bei weniger Verkehr 2014 mehr Musse: Blick vom Kappeli über die Hauptstrasse zum Haus Kreyenbühl. (Bild: Max Eichenberger)

Er ist keiner jener Vereine, die serbeln oder einschlafen, der Quartierverein Altstadt. Neue Bewohner der alten Stadtquartiere unternehmen bewusst Schritte, um Anschluss an einheimische Leute zu finden und treten dem Quartierverein bei.

Kommunikation in den Beizli

Der Verein führt seit kurzem auch Treffen reihum in einem der Altstadtbeizli durch, um Informationen weiterzugeben, Meinungen einzuholen und Irrtümer auszuräumen. «Es erscheinen jeweils etwa zwölf Interessierte», stellt Christine Schuhwerk fest. Sie wurde 2010 zur Präsidentin gewählt und ermuntert hier wie dort zum Mitmachen, im Verein und an den Treffen, denn: «Wenn wir mitgliederstark sind, haben wir mehr Gewicht.» Dem 167 Mitglieder starken Verein gehören auch Einwohner aus anderen Quartieren an.

Bald ist Spatenstich

Als aktive Stadtparlamentarierin denkt sie an die politische Gewichtung und daran, dass der Quartierverein schon bald in wichtige Weichenstellungen einbezogen wird, die vom Stimmvolk beschlossene «neue Strasse» geht der Ausführung entgegen. Wer wie sie im Parlament mitarbeitet, ist auch nahe am Informationsfluss.

Kontakte schaffen

Im Gegensatz zu ihrem Mann Hans ist Christine Schuhwerk kein eigentliches Urgestein der Altstadt. Vor Jahren war er es, der den Wohnort der Fischerfamilie bestimmte. Aber für beide gilt: Nur nie aus der vertrauten Gasse wegziehen müssen. «Schöner ist es nirgendwo.» Andere Arboner nennen das ein halbes Jahrtausend alte Quartier trostlos. «Stimmt ganz und gar nicht», kontert die eingefleischte Anwohnerin der Gerbergasse. Allerdings lasse sich die Altstadt nur mit Leben füllen, wenn bewusst etwas dafür getan werde. «Vor allem müssen sich die Einwohner kennenlernen, sie sollen miteinander verbunden sein», sagt Schuhwerk. Sie geht selber freundlich auf die Menschen zu.

17 blühende Gärtchen

So ist sie selber in Arbon fast nur zu Fuss oder mit dem Velo unterwegs. Dabei nimmt sie die Gelegenheit wahr, mit Leuten ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen. Da sieht sie auch manches; sie staunt über die vielen grünen Daumen, die aus den 17 wegen verseuchter Böden erneuerten Hinterhöfen ein farbenfrohes Gärtchen schufen, über eine renovierte Hausfassade und freut sich immer wieder über Menschen, die etwas zu fragen oder zu sagen haben.

Ein Quartiersträsschen

Bald ist Start zur neuen Linienführung der Kantonsstrasse. Die Hauptstrasse, die jetzt wie ein Keil zwischen den Altstadtquartieren Nord und Süd liegt, wird dann zum schmucken Quartiersträsschen mutieren und neue Qualitäten entwickeln. Mit den Entscheiden rund um diese Zukunftschance befasst sich Christine Schuhwerk als Vertreterin der Altstadt im Parlament intensiv.

Offene Parkierungsfrage

Im Gespräch mit ihr wird spürbar, dass sie vorausschauend planen und die Überlegungen der Quartierbewohner einbeziehen will. Sie diskutiert viel, wägt Möglichkeiten, Vor- und Nachteile ab. Wird in der Sache der Parkplatzbewirtschaftung zwischen Anwohnern und Gewerbetreibenden ein Konsens gefragt sein, mit dem alle leben können, oder ist man sich ohnehin einig? Fragen des Verkehrs und des Parkings werden schon bald auf den Tisch kommen.

Präsidiert den Quartierverein Altstadt: Christine Schuhwerk. (Bild: Hedy Züger)

Präsidiert den Quartierverein Altstadt: Christine Schuhwerk. (Bild: Hedy Züger)

Aktuelle Nachrichten