Schöggeli aus der Dorfbeiz

Nein, ich komme nicht von einem anderen Planeten. Und ich träume mich auch nicht in eine heile Welt hinein, die gesellschaftliche Probleme ausblendet. Vielleicht hat mich diese Episode so berührt, weil ich wach durch unsere Welt gehe.

Brunhilde Bergmann
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Nein, ich komme nicht von einem anderen Planeten. Und ich träume mich auch nicht in eine heile Welt hinein, die gesellschaftliche Probleme ausblendet. Vielleicht hat mich diese Episode so berührt, weil ich wach durch unsere Welt gehe.

Ein ganz normaler Werktag in Schönenberg: Heute müsse er nicht beim Arzt warten, bis sie fertig sei. Weil die leicht gehbehinderte, ältere Person heute nüchtern sein müsse, würde

sie nach der Kontrolle gern noch im benachbarten Restaurant «zmörgele», meinte sie zum Fahrer des Freiwilligendienstes. Ob er einverstanden sei, dass

sie ihn zum Abholen anrufe? Eine feste Zeit zu vereinbaren, wäre nicht so gut. Man treffe hier sicher Bekannte und wolle ein wenig plaudern.

Der Fahrer betritt die Dorfbeiz. Nein, er habe keine Eile, nimmt er die spontane Einladung zur Tasse Kaffee an. Ihm erschliesst sich eine neue, alte Welt: Die Gaststube ist fast voll, meist ältere Personen sind zu dieser frühen Stunde hier. Ob

er sein Kaffeeschöggeli dem kleinen Mädchen geben dürfe, fragt der Fahrer mit Blick zum Nebentisch. Der Grosspapi bejaht, die Kinderaugen strahlen. «Komm her, du kannst meines auch noch haben!», tönt es aus verschiedenen Ecken. Ein Gast geht zur Theke, greift in die Glasschüssel und raunt in die Runde: «Die paar reichen der Kleinen doch nicht. Sein Mami wäre vielleicht nicht so ganz einverstanden, aber das ist

ein anderes Thema.»

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