Schnuppern in Wunschberufen

Angela Di Santo, im dritten Jahr in Ausbildung als Bauzeichnerin bei Hofer Ingenieure, gibt den Schülern, die ihr an diesem Morgen über die Schulter gucken, einen Einblick in ihre Arbeit.

Max Eichenberger
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Angela Di Santo, angehende Bauzeichnerin, misst mit Schülern die Dicke der Fensterscheibe aus.

Angela Di Santo, angehende Bauzeichnerin, misst mit Schülern die Dicke der Fensterscheibe aus.

Angela Di Santo, im dritten Jahr in Ausbildung als Bauzeichnerin bei Hofer Ingenieure, gibt den Schülern, die ihr an diesem Morgen über die Schulter gucken, einen Einblick in ihre Arbeit.

Wie hoch ist die Lärmbelastung?

Die angehende Bauzeichnerin berechnet die Belastung des Strassenlärms bei Liegenschaften einer Durchgangsstrasse. Die Erstellung des Lärmkatasters ist aufwendig – und eine wichtige Grundlage für das Projekt «Lärmsanierung». Danach bemessen sich die Beiträge, die der Kanton an die Eigentümer der Liegenschaften ausrichtet, wenn Fenster ersetzt werden. Neben Plänen und Formeln spielen der horizontale und vertikale Abstand zur Immissionsquelle, der Winkel und andere Parameter bei der Berechnung eine Rolle. Und auch praktisch geht's zur Sache: wenn mit der Schieblehre die Glasdicke gemessen wird.

Sich schlau machen

Markus Hofer ist einer von 50 Gewerbe-, Dienstleistungs- und Industriebetrieben der Region, die den Schülern der zweiten Oberstufe Gelegenheit bieten, in verschiedenen Berufsfeldern zu schnuppern. Initiiert hat der Gewerbeverband den Berufswahlparcours vor neun Jahren.

Das Angebot, Tuchfühlung mit Lehrberufen 1:1 im Arbeitsumfeld aufzunehmen, wird sowohl von Lehrerschaft wie Schülern geschätzt. Wer nämlich in eineinhalb Jahren die Schule verlässt und nicht in eine weiterführende Schule übertritt, ist jetzt schon gut beraten, sich über in Frage kommende Berufe und das Lehrstellenangebot der Region schlau zu machen. Für die Schüler ist deshalb der Besuch des Berufswahlparcours obligatorisch erklärt worden.

Praxisnaher Einblick

Zum zweitenmal fand nun der Anlass im Herbst statt. Einen praxisnahen Einblick geboten wurde den Teilnehmern gestern in 55 Berufsrichtungen – meist von Auszubildenden selber. Die Schüler der zweiten Oberstufe in den Zentren Reben, Reben Sek und Stacherholz konnten in ihren favorisierten Wunschberufen schnuppern, so weit dies möglich war. Wo es einen besonderen Andrang gab, musste ausgewichen werden.

Floristin und Informatiker

Bei den Mädchen zogen besonders die Pflegeberufe, das Hotelfach, die kreative Tätigkeit der Floristin und – immer wieder – die KV-Berufe. Die Hitliste bei den männlichen Parcours-Absolventen führten, neben den KV-Berufen, der Automechaniker und der Informatiker an. Manchmal zeigt sich, dass sich die Vorstellung mit der Berufsrealität nicht immer deckt. Dann ist es besser, dies zeigt sich jetzt und nicht erst nach Antritt einer Lehrstelle.

Beitrag zur Nachwuchsförderung

Anderseits festigen sich Berufswünsche. Angebot und Nachfrage sollen sich möglichst optimal verzahnen. Das ist im Interesse der Schüler wie der Lehrstellenanbieter. Der Gewerbeverband mit GTOB-Vorstandsmitglied Heinz Bommer, der den Draht zu den Betrieben aufnahm, und Präsident Rolf Staedler, dessen awitgroup die Administration besorgte, versteht das Engagement als Beitrag zur Nachwuchsförderung.

Über Kochtöpfen und Motoren

So schwärmten denn die 200 Schüler in zwei Staffeln aus, um sich über Kochtöpfe oder Motorenblöcke zu beugen, am Computer eine technische Zeichnung zu fertigen, in Farbtöpfen zu rühren, eine Maurerkelle in die Hand zu nehmen oder den Stempel, um auf der Post Arbon einen richtigen Brief abzustempeln.

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