Schnellstrasse auf falschem Weg

ROMANSHORN. Die Bodensee-Thurtal-Strasse hätte ursprünglich durch die Gewächshäuser von Gemüsebauer Bötsch in Salmsach führen sollen. Ein Erweiterungsprojekt verzögerte sich deshalb. Zuerst wollte es der Kanton gar nicht bewilligen.

Markus Schoch
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Gewächshäuser von Ralph Bötsch: In der Planung des Kantons hätten sie der BTS weichen müssen. (Bilder: Reto Martin)

Gewächshäuser von Ralph Bötsch: In der Planung des Kantons hätten sie der BTS weichen müssen. (Bilder: Reto Martin)

Gemeindeammann Kurt Helg muss den Kopf schütteln, wenn er an das Hin und Her der letzten Monate wegen des neuen Gewächshauses von Gemüsebauer Ralph Bötsch zurückdenkt.

Der Kanton liess zuerst monatelang nichts von sich hören und erklärte dann auf Anfrage von Helg Anfang Dezember, das Projekt könne nicht bewilligt werden. Grund: Die geplante Bodensee-Thurtal-Strasse (BTS) führe mitten durch die bestehenden Gewächshäuser auf der gleichen Parzelle.

Alte Unterlagen verwendet?

Bötsch dachte, er sei im falschen Film, wie er sagt. «Nicht genug, dass der Kanton eine Schnellstrasse durch meine vier Hektaren grosse Anlage plant. Auch mit dem Neubau sollte es nichts werden.» Dabei hatte der Gemüsebauer fest mit der Erweiterung gerechnet und war bereits neue Lieferverträge eingegangen. «Offenbar waren vom Kanton alte Planunterlagen verwendet worden», sagt Bötsch. Helg vermutet, dass man einfach die Linienführung der T13 übernommen hatte, die im alten Richtplan eingezeichnet war.

Der Salmsacher Gemeindeammann protestierte postwendend in Frauenfeld – mit Erfolg. Baudirektor Jakob Stark versprach, alternative Varianten zu prüfen. An der Informationsveranstaltung zur BTS Anfang März im Bodan standen insgesamt drei Linienführungen zur Diskussion. Die Vertreter der Gemeinden sprachen sich einhellig für eine siedlungsnahe Linienführung aus, die jetzt vom Kanton auch weiterverfolgt wird.

Kein Happy End

Bötsch ist damit aus dem Schneider. Er kann seine bestehenden Gewächshäuser stehen lassen und wie geplant ausbauen. Der Salmsacher Gemeinderat hat ihm die Baubewilligung für die Erweiterung um 1,8 Hektaren vor ein paar Wochen erteilt.

Bötsch ist erleichtert über die Wende zum Guten. Ein Happy End ist es aber nicht. Denn er hätte bereits in dieser Saison Tomaten an Kunden liefern sollen, die er in der neuen Anlage pflanzen wollte. Nicht alle hätten Verständnis für seine Lage gezeigt, sagt Bötsch.

Künftig wachsen noch mehr Pflanzen unter Glas.

Künftig wachsen noch mehr Pflanzen unter Glas.