Schlüssel nach 21 Jahren abgegeben

Bewegende Augenblicke für Werner und Heidi Feuerle sowie 70 Kinder: Nach 21 Jahren Einsatz sind sie nur noch wenige Tage für das Kinderhaus zuständig. Zum Abschied dankten die Stadträte dem Paar mit Blumen und einem Geschenk.

Hedy Züger
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Heidi und Werner Feuerle werden für ihren Einsatz im Kinderhaus mit Blumen und Geschenken geehrt. (Bild: Hedy Züger)

Heidi und Werner Feuerle werden für ihren Einsatz im Kinderhaus mit Blumen und Geschenken geehrt. (Bild: Hedy Züger)

Offizielle Verabschiedung letzten Freitag vom Leiterehepaar Werner und Heidi Feuerle im Kinderhaus an der Heimstrasse. Nach 21 Jahren gehen die beiden in Pension. Das Abschiedsfest wurde in den Rahmen des jährlichen Gartenfestes gelegt und zusammen mit der Kommission, Behördenvertretern und den Hauptpersonen, den Kindern, gefeiert. Im Garten brutzelten heisse Grilladen, die kleine Schar konnte spielen und sich tummeln, die Eltern genossen die Einladung, sich an einen gedeckten Tisch zu sitzen.

Ein guter Entscheid

Als es 1987 nach verschiedenen Leiterinnen schwierig wurde, die Stelle an der Spitze des Kinderhauses mit einer starken Persönlichkeit neu zu besetzen, ging die Anfrage an Reallehrer Werner Feuerle, diese Aufgabe zusammen mit seiner Gattin Heidi, einer Sozialpädagogin, zu übernehmen. Es war im ganzen Kanton ein Novum, einen Mann als Krippenleiter zu wählen. Die emanzipierte Richtung, der man in Arbon folgte, erwies sich als richtig. Dies erklärte Stadträtin Heidi Wiher-Egger, Präsidentin des Vereins Kinderhaus.

Ein guter Name

Das Arboner Kinderhaus hat seit langem einen guten Namen. Die Betreuung wird nach heutigem Stand pädagogischen Wissens optimal und liebevoll gewährleistet. Heidi Wiher-Egger: «Eltern, die ihre Kinder herbringen, wissen das zu schätzen.» Die beiden Stadträte Patrick Hug und Heidi Wiher-Egger dankten Heidi und Werner Feuerle mit Blumen sowie einem Geschenk, das neue Bindungen an die Natur knüpfen lässt. Auch sollen sich die beiden aufmachen, um ein unbekanntes Stück Erde anzusehen. Für alle Fälle behalte man aber die Telefonnummer der scheidenden Kinderhausleitung in Sichtweite.

Patrizia Pinna als Nachfolgerin

Am Fest wurde Nachfolgerin Patrizia Pinna vorgestellt. Werner Feuerle gab der neuen Leiterin den imposanten Schlüssel weiter, den er selbst vor 21 Jahren vom Architekten des Hauses erhalten hatte.

Kindergruppe im Alltag

Trotz der vielen Nationen am Tisch gibt es mit dem Essen keine Probleme. Was die Gruppe am Tisch isst, mag meistens auch das einzelne Kind, hier vielleicht eher als zu Hause. Werner Feuerle: «Ein Kind darf es sagen, wenn es etwas nicht mag, wir forcieren nicht, dass alles gegessen wird, machen das Nichtessen aber auch nicht attraktiv.» Die Sorgfalt der Betreuung war mitentscheidend, dass sich bei all den Kindern – 70 fest angemeldete und Hütekinder gehen pro Tag ein und aus – in 21 Jahren sehr wenig Zwischenfälle ereigneten. Die wenigen Unfälle, die geschahen, liefen erst noch glimpflich ab. Eine Platzwunde am Hinterkopf, eine sogenannte Grünholzfraktur, dann und wann eine Schürfung – «dabei blieb es», vermerkt Heidi Feuerle mit Erleichterung und Dankbarkeit.

Frühe Anmeldung

Heidi und Werner Feuerle äusserten bei ihrer Abschiedsfeier noch einen vorausschauenden Wunsch: Junge Eltern sollten ihre Kinder möglichst früh anmelden – besonders auch Babies. Obwohl die meisten Kinder nicht ganztags im Kinderhaus sind (siehe Kasten), baue sich jeweils schnell eine Warteliste auf.

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