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«Schlechte Erfahrungen»

Beat Muntwyler spricht über die verhinderte Wahl zum Pfarrer der katholischen Kirchgemeinde Amriswil und sein Verhältnis zum Bischof. Es stört ihn nicht, «nur» Pfarradministrator zu sein.
Beat Muntwyler belegt die erforderlichen Kurse vorläufig nicht. «Was mir an ihnen nicht passt, werde ich direkt mit dem Bischof besprechen.» (Bild: Roger Häni)

Beat Muntwyler belegt die erforderlichen Kurse vorläufig nicht. «Was mir an ihnen nicht passt, werde ich direkt mit dem Bischof besprechen.» (Bild: Roger Häni)

Sie konnten letzte Woche an der katholischen Kirchgemeindeversammlung nicht zum Amriswiler Pfarrer gewählt werden, weil Sie erforderliche Kurse nicht belegt haben. Werden Sie diese nun nachholen?

Beat Muntwyler: Vorläufig nicht. Der Grund liegt darin, dass ich in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht habe mit solchen diözesanen Kursen wie zum Beispiel dem Pastoral-Kurs nach dem Studium. Meine Haltung kann man Sturheit oder aber konsequentes Reagieren und Handeln nennen.

Was waren das für schlechte Erfahrungen?

Muntwyler: Das ist etwas sehr Persönliches. Was mir an den Kursen nicht passt, werde ich in nächster Zeit direkt mit dem Bischof besprechen. Festhalten möchte ich, dass ich nie eine Pfarrwahl gegen den Willen des Bischofs annehmen würde. Ich akzeptiere auch, dass er Bedingungen für eine Pfarrwahl setzen kann. Mein Ziel ist und bleibt es, in Einheit mit dem Bistum zu stehen. Das ist auch eine Glaubensfrage. Bischöfe sind für mich die Nachfolger der Apostel. Was in Röschenz passiert, ist für mich unverständlich. Sollte mich der Bischof zum Gehen auffordern, so würde ich dies sofort tun. Ich hoffe aber, dass das «Provisorium» mit mir als Pfarradministrator in Amriswil noch eine Weile andauert.

Bischofsvikar Ruedi Heim sagte gegenüber unserer Zeitung, dass ein Pfarradministrator in der Pastoral nichts Grösseres verändern dürfe. Was ist damit gemeint?

Muntwyler: Das hängt wohl damit zusammen, dass ein Administrator eben eigentlich nur als Provisorium gedacht ist, und deshalb in der Kirchgemeinde nicht zu viel verändern sollte, bis wieder ein Pfarrer da ist. Genaueres weiss ich aber auch nicht. Ich verhalte mich in Amriswil jedenfalls wie ein Pfarrer.

Gemäss Auskunft des Bistums ist ein Pfarradministrator ansonsten grundsätzlich an dieselben Pflichten gebunden und hat dieselben Rechte wie ein Pfarrer. Gibt es für Sie dennoch Unterschiede?

Muntwyler: Als gewählter Pfarrer würde ich über das Stimmrecht in der Kirchenvorsteherschaft verfügen. Doch geht es auch ohne, ist doch die Zusammenarbeit zwischen der Vorsteherschaft und mir gut.

Sie scheinen auch das Vertrauen der Kirchbürger zu haben. Wie wichtig ist Ihnen das?

Muntwyler: Das ist mir natürlich sehr wichtig und es ist auch eine wesentliche Voraussetzung für mein Wirken. Wenn es nicht so wäre, müsste man Konsequenzen ziehen. Im übrigen besteht auch meinerseits ein grosses Vertrauen in die Kirchgemeinde.

Sie sind nun seit bald zwei Jahren in Amriswil. Gefällt Ihnen Ihre Tätigkeit?

Muntwyler: Ja. In Amriswil gibt es viele Leute, zum Beispiel der Pfarreirat, die Kirchenvorsteherschaft, Vereine und Gruppen, die mitarbeiten, mitbeten und mittragen. Das braucht es auch, denn der Pfarrer beziehungsweise Pfarradministrator ist nur einer von vielen in der Kirchgemeinde. Ich kann sagen: Ich fühle mich mitgetragen.

Macht es Ihnen wirklich nichts aus, dass sie weiterhin «nur» Pfarradministrator statt Pfarrer sind?

Muntwyler: Von meiner Seite her ist das kein Problem. Es gibt viele Priester, die kirchenrechtlich gesehen nur Administratoren sind. Speziell in meinem Fall ist, dass die Wahl an der Kirchgemeindeversammlung geplant war, dann aber nicht stattfinden konnte. Die Problematik lag im späten Zeitpunkt der Mitteilung, dass dieser Kurs für mich obligatorisch ist. Es gab Kommunikationsschwierigkeiten und Missverständnisse, aus denen alle lernen können. Ich bin weder beleidigt, noch habe ich das Gefühl, mit Bischof Kurt Koch oder Bischofsvikar Ruedi Heim verkracht zu sein. Sie kommen dieses Jahr zur Firmung respektive zum Dekanats-Gottesdienst nach Amriswil und sind beide willkommen. Wir werden sie mit offenen Herzen empfangen.

Interview: Roger Häni

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