Schlafen unter Blüten wollte keiner

Die Besucher des Blütenfestes in der Mostgalerie Frasnacht erfuhren am Samstag viel Interessantes zum Thema Apfel. Das garstige Wetter ist gar nicht so schlecht für blühende Apfelbäume, hielt aber Besucher vom Nächtigen draussen ab.

Trudi Krieg
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Die Apfelblüte hat begonnen. In den nächsten Tagen werden sich viele Blütenknospen öffnen, wie hier in Chratzern. (Bild: Trudi Krieg)

Die Apfelblüte hat begonnen. In den nächsten Tagen werden sich viele Blütenknospen öffnen, wie hier in Chratzern. (Bild: Trudi Krieg)

FRASNACHT. Bedächtig weidende Kühe unter blühenden Apfelbäumen boten ein friedliches Bild auf dem Weg zur Mostgalerie in Frasnacht bei Arbon, wo am Nationalen Tag der Hochstammbäume das Blütenfest stattfand. Knackige Äpfel, prämierten Apfelsaft und Oberhüser Birnenbrand gab es zu kosten und Spezialitäten wie den Apfelsekt mit natürlicher Rosé-Färbung und fruchtigem Aroma, hergestellt aus der neuen Apfelsorte Redlove mit rotem Fruchtfleisch und tiefrosa Blüten.

Blütenweisse Schneeflocken

Ob rosa angehauchte Apfelblüten oder wildromantische Duftrosen in den Gebinden der Stiftung Palme – sie gehören der gleichen Gattung an, nämlich den Rosengewächsen. Das Projekt «Schule auf dem Bauernhof wurde vorgestellt. Was man selber berühren könne, könne man auch «be-greifen».

An die Wärme

Es kühlte ab. Das Weiss, welches zwischen Regentropfen zur Erde schwebte, sah eher aus wie Schneeflocken als Apfelblütenblätter. Das Angebot, das Nachtlager unter 1000 Blüten aufzuschlagen, wollte niemand nutzen. Schon eher verzog man sich mit dem Most-Risotto ins Café Chärnhuus, das Gastwirtin Elisabeth Stäheli mit Familie in einem Teil der Scheune eingerichtet hatte. Edwin Huber, ehemaliger langjähriger Obstbaupräsident des Kantons Thurgau, fand das unfreundliche Wetter nicht so schlecht, nur dürfe es jetzt nicht noch kälter werden: «Wäre es so warm geblieben wie Anfang letzte Woche, wäre bald die kritische Temperaturschwelle erreicht worden, bei der Feuerbrand-Infektionen stattfinden.» Bei den Birnen sei die Blüte so gut wie vorbei, daher bestehe kaum noch Gefahr. Aber viele Apfelbäume seien kurz vor der Blüte. Etwas wärmer sollte es noch werden, damit die Bienen fliegen können.

Fehlgeleitete Männchen

Im Pflanzenschutz werden heute Schädlinge spezifisch bekämpft und Nützlinge geschont. Auch I-Bauern benutzen oft biologische Mittel oder die Verwirrmethode. Dabei werden künstlich hergestellte weibliche Lockstoffe verwendet, welche männliche Insekten orientierungslos machen, so dass es nicht zur Befruchtung kommt.

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