Schläuche raus, Wasser marsch! In Lengwil feierte die Feuerwehr

Der Feuerwehrverein Lengwil lud zum dritten Schluchfest. Die Besucher erschienen zahlreich und freuten sich an Feuerwehren, Blasmusiken, Seilziehern, Debatten und vielem mehr.

Corinne Kübler
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Löschen wie zu Vaters Zeiten: Die Feuerwehr Wiesendangen demonstrierte ihre Handspritz-Pumpe. Das Häuschen musste einiges erdulden. (Bilder: Daniela Ebinger)

Löschen wie zu Vaters Zeiten: Die Feuerwehr Wiesendangen demonstrierte ihre Handspritz-Pumpe. Das Häuschen musste einiges erdulden. (Bilder: Daniela Ebinger)

lengwil. Alle zwei Jahre organisiert der Feuerwehrverein Lengwil das beliebte Schluchfest. «Jedes Jahr den Anlass durchzuführen wäre unmöglich», meint OK-Präsident Christoph Zürcher. «Die Vorbereitungen dauern jeweils eineinhalb Jahre.» Der Aufwand hat sich aber auch dieses Jahr gelohnt, rund 1900 Gäste konnten an dem zweitägigen Fest begrüsst werden. Vor allem die Sonderschau der Blaulichtorganisationen und das Eintreffen der Feuerwehr-Oldtimer weckten grosses Interesse.

Podium mit Schmunzelfaktor

Das erste Highlight fand am Samstagabend statt. Christian Lohr moderierte charmant und mit einem Augenzwinkern eine prominente Gesprächsrunde. «Das Leben ist schon ernst genug», meinte Lohr «dies soll ein lockeres Gespräch werden.» Das Motto war sinnigerweise Feuerwehrübung, wovon Nationalrat und CEO von Stadler Rail Peter Spuhler ein Lied singen konnte. «Als Unternehmer und Politiker lösche ich tagtäglich Brände. Unvorhergesehenes lässt einen improvisieren und ein gutes Team ist das Wichtigste», ist er sich sicher.

Kühles Bier macht glücklich

Für Miss Handicap Jasmin Rechsteiner ist jeder Tag eine Herausforderung. «Meine Motivation, in der Öffentlichkeit zu stehen, hole ich mir aus dem Wunsch heraus, behinderte Menschen besser in die Gesellschaft zu integrieren. Wir sind auch da und möchten respektiert werden.» Dafür erntete sie viel Applaus.

Auf die Frage, wie denn die Sportler in der prominenten Fragerunde ihren Durst löschen, meint der Schwinger Stefan Burkhalter: «Gesund wäre natürlich Mineralwasser, das stillt zwar den Durst, glücklicher macht mich aber ein kühles Bier.» Claudio Imhof, der Jungprofi im Bahn-Radrennsport, befindet sich derzeit in der Sport-RS, verbringt aber im Moment wegen einer Verletzung mehr Zeit beim Physiotherapeuten als auf dem Feld.

Beim Plausch-Seilzieh-Turnier waren dieses Jahr 16 motivierte Teams am Start. Für viel Gelächter bei den Zuschauern sorgte die jährliche Überraschungs-Disziplin. Die Nasen in Nivea getunkt, mussten die Teilnehmer auf einem Bein hüpfend ein Wattebäuschen transportieren. Die stärksten Arme und die grössten Nasen hatte das Team Irrehüsler der Firma Scherrer und Gerber sowie in der zweiten Kategorie die Gemeinde Scherzingen. Die Freude über den Sieg war gross und wurde ausgiebig bis am frühen Morgen im Festzelt mit DJ Reto Scherrer gefeiert.

Löschen einst und heute

Ein Publikumsmagnet war die Vorführung der Feuerwehr Wiesendangen und der Jungfeuerwehr Kreuzlingen. «Wir freuen uns schon das ganze Jahr auf den Einsatz», erzählt Jungfeuerwehrmann Patrick Köstli. Ein kleines, mit Strohballen gefülltes Holzhaus wurde angezündet, und anschliessend per Handpumpspritze der Feuerwehr Wiesendangen und wie heute üblich per Schlauch von der Jungfeuerwehr gelöscht.

Staunende Gesichter und grosser Beifall waren der Lohn für die Arbeit. Und für den kleinen Luca aus Tägerwilen steht fest: «Wenn ich gross bin, werde ich Feuerwehrmann.»

Podium am Schluchfest: Claudio Imhof, Jasmin Rechsteiner, Christian Lohr, Peter Spuhler, Sabina Hafner, Stefan Burkhalter.

Podium am Schluchfest: Claudio Imhof, Jasmin Rechsteiner, Christian Lohr, Peter Spuhler, Sabina Hafner, Stefan Burkhalter.