«Schildbürgerstreich der übelsten Sorte»

ROMANSHORN. Die Gemeinde will das Bodan-Restaurant vorübergehend weiter nutzen. Für den heutigen Pächter Martin Pergega ist aber kein Platz mehr. Das Vorgehen stösst auf Unverständnis in Teilen der Bevölkerung.

Markus Schoch
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Rolf Oberhänsli ist äusserst schlecht zu sprechen auf den Gemeinderat. «Das ist ein Schildbürgerstreich der übelsten Sorte. Das lassen wir uns nicht gefallen.»

Unternehmer Oberhänsli hatte sich Ende letzten Jahres zusammen mit anderen Romanshornern dafür eingesetzt, dass Bodan-Wirt Martin Pergega nicht wie vorgesehen Ende Januar die Schlüssel abgeben muss. Der Protest blieb nicht ohne Wirkung. Die Gemeinde verlängerte den Vertrag mit ihm «einmalig und unwiderruflich» bis Ende September. Letzte Woche ist nun bekanntgeworden, dass die Gemeinde danach das Restaurant weiter für eine Zwischennutzung zur Verfügung stellen will, aber nicht Pergega, obwohl der noch nicht weiss, wie es beruflich mit ihm weitergehen soll.

Für die Gruppe mit Oberhänsli, die sich am Mittwoch traf, ist das Vorgehen des Gemeinderates unverständlich und ein Zeichen mangelnden Vertrauens gegenüber Pergega. Ihm hätte die Gemeinde zumindest ein attraktives Angebot machen müssen, sagt Alice Huber. Und zwar im eigenen Interesse. Denn es werde äusserst schwierig sein, jemanden für ein halbes Jahr zu finden. Pergega nehme vieles mit, unter anderem die Lüftung.

Warum es im nächsten Frühling im Bodan endgültig fertig sein soll, ist Huber zudem ein Rätsel. «Bis das Gebäude abgerissen wird, dauert es sicher noch zwei oder drei Jahre.» Das Restaurant in dieser Zeit leer stehen zu lassen, «wäre ein Unsinn», sagt Oberhänsli. Normalerweise würden Altbauten nach Möglichkeit «bis zur letzten Sekunde» genutzt. Das beste Beispiel sei das Restaurant Bahnhöfli, das ebenfalls einer neuen Überbauung weichen müsse, aber jetzt wieder offen habe bis zum Abriss, sagt Philipp Fratton. «Warum geht das nicht beim Bodan?», fragt er sich. Die Gemeinde sei offenbar «sehr schlecht beraten», findet Flavio Cason, der das Vertrauen in den Gemeinderat verloren hat. «Dort müsste man endlich ansetzen.»

Oberhänsli stösst zudem sauer auf, dass der Gemeinderat bis heute nicht Klartext rede. «Wir wollen endlich wissen, was Sache ist.»

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