Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

SCHÄDEN AM SCHULHAUS: Fall Weinfelden hat oberste Priorität

Die Zukunft des Schulhauses Elisabetha Hess in Weinfelden beschäftigt die Schulbürgerinnen und Schulbürger: 130 nahmen gestern abend an einer Information der Totalunternehmerin Implenia und der Primarschulbehörde teil - viele stellten sehr kritische Fragen.
Esther Simon
130 Schulbürgerinnen und Schulbürger kamen gestern abend in den Saal des «Trauben» in Weinfelden: Dort informierten Vertreter der Totalunternehmerin Implenia und der Primarschulbehörde über das weitere Vorgehen beim Schulhaus Elisabetha Hess im Westen des Dorfes. (Bild: Reto Martin)

130 Schulbürgerinnen und Schulbürger kamen gestern abend in den Saal des «Trauben» in Weinfelden: Dort informierten Vertreter der Totalunternehmerin Implenia und der Primarschulbehörde über das weitere Vorgehen beim Schulhaus Elisabetha Hess im Westen des Dorfes. (Bild: Reto Martin)

WEINFELDEN. «Ich würde auch lieber in einem Jahr schon das Schulhaus Elisabetha Hess eröffnen als diese Informationsversammlung leiten.» Das sagte der Weinfelder Primarschulpräsident Thomas Wieland gestern abend zu den 130 Schulbürgerinnen und Schulbürgern, die sich im grossen Saal des «Trauben» versammelt hatten. In der Tat hatten Vertreter der Primarschulbehörde und der Totalunternehmerin Implenia Schweiz AG gestern abend keine leichte Aufgabe: Sie mussten sich einigen kritischen Fragen stellen, nachdem bekannt geworden war, dass am Schulhaus Schäden festgestellt worden waren und die Implenia deshalb alle Bauten wieder abreissen will (die Thurgauer Zeitung berichtete).

Entscheid der Geschäftsleitung

«In der Geschäftsleitung haben wir entschieden, den Fall des Schulhauses in Weinfelden mit grosser Dringlichkeit und dem Einsatz von entsprechenden Mitteln zu behandeln», sagte Jens Vollmar, General Manager Building von Implenia Schweiz AG und Vertreter der Konzernleitung.

Die im Februar und März an den Bauten festgestellten Schäden seien durch die Aufschüttung am Sportplatz und durch das Einbringen von sogenannten Rüttelstopfsäulen entstanden, sagte Albert Knaus, Leiter Region Local Zürich/Ost von Implenia.

Stichwort Wasser

Daraufhin hätten im Erdreich Kräfte zu wirken begonnen und zu einer sogenannten Bodenverflüssigung geführt, die allerdings mit Wasser wenig zu tun habe. Da schien es fast, als ob einige Zuhörer auf das Stichwort Wasser gewartet hätten. Einer fragte, weshalb man denn überhaupt in diesem «Sumpfloch» zu bauen begonnen habe. Er sei sich nicht sicher, ob eine Bodenverflüssigung nicht auch im Herbst wieder eintreten könnte, wenn die Primarschule und die Implenia am gleichen Ort mit dem Wiederaufbau anfangen wollten. Er schlug vor, Land zu kaufen, «das bebaubar ist».

Kostenexplosion vermeiden

Das rief Primarschulpräsident Thomas Wieland auf den Plan: «Ich kann doch nicht irgendwo Land kaufen und ein Schulhaus hinbauen.» Ein anderer schlug vor, die ganzen Bauten an einem anderen Ort auf der Parzelle zu errichten. Das gehe nun gar nicht, sagte Wieland. «Dann müssten wir nochmals von vorne anfangen. Das gäbe eine Kostenexplosion, die wir nicht verantworten können. Wir haben einen Vertrag mit der Totalunternehmerin Implenia.»

Hören und staunen

Die besten Spezialisten der Schweiz hätten gesagt, dass man auf diesem Boden bauen könne, sagte wiederum Jens Vollmar. «Sie werden das Schulhaus in einer einwandfreien Qualität übernehmen können, einfach ein Jahr später als geplant.» Ein anderer dankte den Veranstaltern für die Möglichkeit, «dass man an diesem Abend hören und staunen kann».

Das Schulhaus und die Turnhalle seien auf Stelzen gebaut worden, und diese Bauten seien nun durch Seitendruck von den Stelzen gefallen. Er fragte, wie seriös der Boden untersucht worden sei.

Er hat die Nase voll

«Wir stellen uns diese Frage auch», sagte Christof Gämperle, Leiter Geschäftsbereich Bau/Deutschschweiz von Implenia. «Aber sie bringt uns nicht weiter. Die Implenia muss jetzt eine Lösung finden und bringen.» Ein Anwohner fragte, ob im Herbst nochmals Pfähle in den Boden gerammt würden. Er müsse es gerade heraus sagen: Er habe langsam die Nase voll. Die Anwohner hätten unter den Vibrationen sehr leiden müssen. Auch würden Lastwagen immer dort durchfahren, wo Kinder seien.

Risse werden fotografiert

«Mir tut das Ganze leid für die Anwohner», sagte Schulpräsident Thomas Wieland. «Ich werde dafür besorgt sein, dass die Lastwagen über den Kreisel fahren, wie ursprünglich vereinbart, und nicht über die Maienrainstrasse.» Eine Anwohnerin sagte, die Risse an ihrer Liegenschaft seien grösser geworden, worauf Albert Knaus antwortete, dass die Schäden nochmals fotografiert würden. Auch wolle man die Anwohner rechtzeitig vor dem Baubeginn im Herbst informieren.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.