«Schacherseppli» durfte nicht fehlen

ROMANSHORN. Bei der Premiere des Oberthurgauer Jodlersonntags zum Erntedank in der katholischen Kirche brauchte es zusätzliche Sitzgelegenheiten.

Alois Degenhardt
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Stimmungsvoll: Alphornklänge in der Kirche. (Bild: Alois Degenhardt)

Stimmungsvoll: Alphornklänge in der Kirche. (Bild: Alois Degenhardt)

Die populäre Melodie «Am Thunersee» von Adolf Stähli, vom Organisten gefühlvoll registriert, zeigte zur Einstimmung, dass volkstümliches Liedgut, auf der Königin der Instrumente vorgetragen, eindrücklich auf die Gemüter wirken kann.

Lebendig geblieben

Die Darbietungen bekannter Jodlerformationen wie des Jodlerclubs Neukirch-Egnach, der Jodler am Bischofsberg, des Jodlerclubs Weinfelden oder des Jodlerclubs Säntisgruess aus Gossau boten vor allem bekanntes und bewährtes Liedgut auf hohem Niveau. Was einmal mehr beweist, dass diese beliebte Abteilung der Volksmusik trotz aller Nachwuchsprobleme lebendig geblieben ist. Vom eindrücklichen Raumklang der Kirche konnte auch das Alphornquartett Egnach mit seinen sicher und gefühlvoll geblasenen Beiträgen profitieren. Traditionelles Liedgut individuell zu interpretieren ist seit langem eine Spezialität der Jodlerfamilien Rüegge und Brühlmann. Beide fühlen sich dem Bewährten verpflichtet, versuchen aber auf unterschiedliche Weise, vor allem in ihren Eigenkompositionen, traditionelle Grenzen zu überschreiten und neue Klänge in ihr Programm zu integrieren. Beide überzeugten zudem mit sicherer Intonation, professionell-deutlicher Aussprache und – ganz besonders im Bereich der Damenstimmen – solistischen Qualitäten.

Auf der Orgel interpretiert

Gerührt lauschte das Publikum zu Beginn des zweiten Teils der Orgeladaption des «Schacherseppli» von Organist und Organisator Roman Lopar zum Gedenken an den kürzlich verstorbenen Ruedi Rymann. Andacht machte sich breit, als jeweils zum Ende der beiden Programmhälften der Gesamtchor Lieder aus der Jodlermesse Nr. 1 von Jost Marty anstimmte.

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