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Saurer-Lastwagen und Armierungseisen

Unter dem Motto «Musik & Baustelle» feierte die Firma Bressan AG im Arboner Presswerk das 100-Jahr-Jubiläum. Rund 180 geladene Gäste liessen sich den Einblick in die Firmengeschichte und das Konzert nicht entgehen.
Christof Lampart
Gäste geniessen am Hundertjährigen einen Apéro und Gespräche. (Bild: Christof Lampart)

Gäste geniessen am Hundertjährigen einen Apéro und Gespräche. (Bild: Christof Lampart)

ARBON. Geschäftsführer Rolf Bressan hatte Grund zum Strahlen. Das schöne Wetter lockte zahlreiche Gäste ins Presswerk – an einen Ort, der wie kein zweiter zum Bressan-Jubiläum passt. «Es ist zurzeit eine Baustelle, und Baustellen sind unsere Welt», sagte der Firmenpatron, der in vierter Generation die Familienunternehmung führt.

Hauskauf ohne Eigenkapital

Bressan ging ausführlich auf die Firmengeschichte ein. Schilderte, wie Urgrossvater Agostino um 1890 aus Italien kam und dessen Sohn, Emilio, ab 1896 in der Textilfabrik Raduner in Horn und dann in Arbon auf dem Bau mithalf. Emilio war nicht nur fleissig und geschickt, sondern auch Vater von fünf Kindern – und arbeitslos, schloss doch das Baugeschäft, bei dem er arbeitete. Doch er machte sich als Maurer einen guten Namen und alsbald selbständig. Schon ein Jahr später konnte er sich ein Haus leisten, ohne Eigenkapital.

Der Velomechaniker Baumgartner aus Steinebrunn lieh ihm 1000 Franken und der Verkäufer die Restsumme von 7700 Franken. «Man stelle sich das heute einmal vor: Ein Ausländer, der kaum schreiben kann, kauft ein Haus ohne einen Franken. Offenbar hatten die Leute grosses Vertrauen in ihn», sagte Bressan. Während des Zweiten Weltkrieges habe es dann sein Vater Hector verstanden, mit Schalk und Improvisation den streng rationierten Zement und Armierungseisen zu beschaffen und das Geschäft in schwierigen Zeiten am Leben zu erhalten. 1944 konnte ein erster Saurer-Lastwagen angeschafft werden. Es dauerte allerdings noch ein ganzes Jahr, bis dieser in Betrieb genommen werden konnte, fehlten doch die Reifen. 1948 wurde für 4000 Franken die erste elektronische Rechenmaschine angeschafft. Jahre der Hochkonjunktur folgten. Es kam zu Engpässen der verschiedensten Art. Kunden reservierten Kapazitäten für einen Neubau, das Baumaterial musste teils Monate im voraus bestellt werden.

1950 nach Arbon gezogen

In den 1950er-Jahren zügelte die Firma nach Arbon und wurde zur AG. Dass die Firma heute noch besteht, sei der guten Zusammenarbeit der Generationen zu verdanken, sagte Bressan. Wer sich noch genauer über die Firmengeschichte informieren wollte, konnte sich eine chronologische Dokumente- und Fotoschau an Stellwänden ansehen. Im Anschluss an den Apéro waren die Gäste zum Konzert eingeladen, das die Arboner Sänger und das Sinfonische Orchester Arbon nebenan gaben und in dem ein Potpourri aus Klassik, Volksliedern und modernen Chansons erklang.

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