Saurer auf der Überholspur

Innovative Entwicklungen lassen Saurer aufblühen. Die neue Stickmaschinen-Generation ist ein Renner. Die 300. Maschine ist gestern verladen worden. Die Kapazität im Engineering in Arbon wird jetzt verdoppelt.

Max Eichenberger
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Daniel Lippuner CEO Saurer Gruppe (Bild: Picasa)

Daniel Lippuner CEO Saurer Gruppe (Bild: Picasa)

ARBON. Seit Saurer unter den Fittichen des chinesischen Grosskonzerns Jinsheng wirtschaftet, hat das in Arbon vom einstigen Grossunternehmen noch verbliebene Stickmaschinengeschäft unter dem vor vier Monaten reaktivierten Firmennamen Saurer Schwung aufgenommen.

Unsicherheit gewichen

Und auch das Klima in den Entwicklungsbüros und Produktionshallen an der Textilstrasse sei «angenehmer geworden», stellt Daniel Lippuner, CEO der Saurer Gruppe, fest. Deren Zentrale befindet sich in Wattwil. Die Gruppe hat fünf Geschäftseinheiten. Der ganze Konzern beschäftigt 3800 Mitarbeiter. 100 sind es in Arbon. Gewichen ist in den Saurer-Stammlanden am Bodensee die Zeit der Unsicherheit in der Ära OC Oerlikon. «Mit Stickmaschinen auf Top-Niveau» arbeite Saurer erfolgreich in den Märkten: «Wir sind sehr gut positioniert», sagt Lippuner.

300. Epoca 6 nach Sachsen

Die Auslieferung der 300. Maschine der Epoca-6-Generation, mit der Saurer global punktet, zelebriert Saurer an diesem Mittwoch selbstbewusst in feierlichem Rahmen. Festbänke sind in der Halle aufgestellt worden. Es gibt Würste vom Grill für die Belegschaft. Stefan Reuter, Chef der W. Reuter & Sohn im sächsischen Auerbach, wohin die Epoca geliefert wird, wohnt mit der jungen Firmengeneration dem Verlad bei. Schon um 7 Uhr ist damit begonnen worden, weil der Lastenzug um 22 Uhr Bayern durchquert haben musste – wegen Allerheiligen. Die Firma im Osten Deutschlands hat die Wende überlebt, wurde 1995 privatisiert und ist eine treue Saurer-Kundin. Das passt irgendwie zur Saurer-Tradition.

«Aus dem Wellental heraus»

170 der neuesten, vielseitig einsetzbaren Epoca-Maschinen hat Saurer innert Jahresfrist schon absetzen können. «Wir sind aus dem Wellental heraus», erfüllt dies Daniel Frei, Geschäftsführer von Saurer Embroidery in Arbon, mit Genugtuung. Das Stickmaschinengeschäft ist wie die gesamte Textilbranche zyklischen Schwankungen unterworfen. Und die Märkte sind dauernd in Bewegung.

Türkei und China laufen heiss

Derzeit läuft es Frei zufolge vor allem in der Türkei und in China sehr gut für Saurer. In Indien, Thailand und Taiwan laufen die Geschäfte ebenfalls gut, während derzeit Ägypten ein Problemmarkt sei. Am Mittwoch hat die Saurer-Spitze beschlossen, in die Zukunft des Standortes Arbon zu investieren. Laut Daniel Lippuner wird die Entwicklung ausgebaut. «Wir werden die Kapazität im Engineering verdoppeln.» Zusätzliche Ingenieure und Spezialisten werden gesucht, die mit dem gesamten Team für einen hohen Innovationslevel und dafür sorgen sollen, dass Saurer auf der Überholspur bleibe. Beim Service werde Saurer auch noch zulegen müssen.

Simon Frei Leiter Saurer Embroidery (Bild: Picasa)

Simon Frei Leiter Saurer Embroidery (Bild: Picasa)