Sauberes Weinfelden

WEINFELDEN. Nach den Erfahrungen an der Wega könnte man meinen, der Kampf gegen das Littering, das Wegwerfen von Abfall im öffentlichen Raum, sei verloren – trotz Aufklärung in Kindergärten, Schulen und an Gemeindeaktionen.

Esther Simon
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Kein Abfallkübel in der Nähe? Immer mehr Leute lassen ihren Müll liegen. (Bild: Susann Basler)

Kein Abfallkübel in der Nähe? Immer mehr Leute lassen ihren Müll liegen. (Bild: Susann Basler)

WEINFELDEN. Nach den Erfahrungen an der Wega könnte man meinen, der Kampf gegen das Littering, das Wegwerfen von Abfall im öffentlichen Raum, sei verloren – trotz Aufklärung in Kindergärten, Schulen und an Gemeindeaktionen. Gemäss Wega-Präsident Franz Koller musste an der Wega 2008 noch mehr Abfall von Strassen und Plätzen entfernt werden als in den Jahren zuvor. Frau Vizegemeindeammann und Ressortchefin Heidi Güttinger will gleichwohl nicht aufgeben. Deshalb engagiert sich die Gemeinde jetzt bei der Ausarbeitung eines Aktionsplans, den das Amt für Umwelt zusammen mit der Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) Weinfelden und neun Thurgauer Gemeinden erstellt.

Studie über den Marktplatz

Im Frühling 2009 soll ein auf die Gemeinden zugeschnittenes Massnahmenpaket vorliegen. Fachleute der Firmen Seecon GmbH und Ernst Basler+Partner AG untersuchen die Littering-Problematik in den Gemeinden. In Weinfelden nahm die Seecon den Marktplatz unter die Lupe, den Platz mit der vermutlich höchsten Abfallkübeldichte im Dorf. Gemäss Till Berger von der Seecon GmbH geht es darum, Littering im Alltag zu untersuchen und zu bekämpfen. Deshalb auch sei die Wega ausgeklammert worden, sagte Berger gestern auf Anfrage. An der Studie wirken ebenfalls das Weinfelder Strassenbauamt, Hauswarte, der Jugendtreff, die Securitas sowie vor allem Walter Reinhart, Entsorgungsbeauftragter und Marktchef, mit.

Kein sichtbares Ergebnis

Bereits im Dezember 2005 hatte die Gemeinde einen Aktionstag gegen das Wegwerfen von Abfall im öffentlichen Raum durchgeführt. Der Tag unter dem Titel «Ich mag Weinfelden sauber» war zwar aus Sicht der Veranstalter ein Erfolg und einmalig im Thurgau, weil auch die Migranten miteinbezogen worden waren.

Ein sichtbares Ergebnis lässt aber bis heute auf sich warten. Betreffend Littering kann die Gemeinde zwar keine Zahlen vorweisen, aber in der Wahrnehmung von Einwohnern hat die Verschmutzung eindeutig zugenommen. Für Heidi Güttinger ist klar, dass das Problem nicht allein bei den Leuten und vor allem nicht nur bei den Jugendlichen liegt, die ihren Abfall auf der Strasse entsorgen. Man sollte beispielsweise die Anbieter von Fastfood in die Pflicht nehmen, fordert sie. Alles, was gegen Littering unternommen werde, müsse man unterstützen, sagt Güttinger. Zu den Erwartungen an den Aktionsplan wollte sie sich noch nicht äussern. Man müsse jetzt die Leute arbeiten lassen.

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