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Saubere Sache

Wer sein Auto liebt, der hätschelt und putzt es – im Extremfall sogar mit der Zahnbürste. Kein Wunder, hat sich Egloff-City in Tägerwilen mit der längsten Waschstrasse weit und breit zu einem Treffpunkt für Motorenfans entwickelt.
Martina Eggenberger Lenz (text) Reto Martin (fotos)
Blick aus dem Cockpit auf das bunte Treiben: Phase rot bedeutet in der Waschstrasse von Egloff-City Pflege. (Bild: Reto Martin (Reto Martin))

Blick aus dem Cockpit auf das bunte Treiben: Phase rot bedeutet in der Waschstrasse von Egloff-City Pflege. (Bild: Reto Martin (Reto Martin))

5 Minuten, 13 Franken, und die alte Karosse glänzt wieder wie neu. Alles passiert auf 45 Metern – eine überaus stolze Länge für eine Autowaschstrasse. Für das Fahrzeug ist es ein Verwöhnprogramm, für den Lenker ein visuelles und auditives Erlebnis. Erst wird rundum schön eingeschäumt, dann tanzen bunte Zottel wie Derwische um die eigene Achse, begleitet von einem energischen Klopfen. Wachs perlt über die Frontscheibe, bevor der Föhn lautstark seinen Einsatz ankündigt. Und zum Schluss streicheln weiche Mikrofasern über den blitzblanken Lack. Der Ferrari unter den Waschstrassen hat seinen Zweck erfüllt.

Hier hat es genug Platz für individuelle Pflegerituale

Im Mai dieses Jahres hat der Familienbetrieb Egloff die neue Anlage zwischen Kreuzlingen und Tägerwilen eröffnet. Die Egloffs, das sind die Seniorchefs Monika und Ernst sowie Tochter Denise und Sohn Michael. Der Name Egloff ist vielen wegen der Pannenhilfe ein Begriff. Diese ist nach wie vor ein Standbein der Firma. Innert kürzester Zeit hat sich Egloff-City, das kleine Imperium, zu einem Treffpunkt etabliert. Es ist ein Paradies für Autofans. Nebst dem Herzstück, der topmodernen Waschstrasse, stehen den Putzwütigen fünf, bald acht Selbstbedienungswaschboxen zur Verfügung, zehn Staubsauger und jede Menge Platz für eigene Pflegerituale.

Chefin Monika Egloff gönnt sich zur Znünizeit im Diner mit Shop einen Kaffee. Von dort aus hat sie das Areal im Blick. Und öfters Grund zum Schmunzeln. «Sehen Sie, da ist schon wieder so einer. Putzt in Anzug, Krawatte und mit schicken Schuhen sein Auto in der SB-Box. Dabei könnte er doch einfach durch die Waschstrasse fahren, ohne nass zu werden.» Ja, ja, die Waschstrasse. Die kann noch so toll sein – manchen Autobesitzern fällt das Herz in die Hose beim Gedanken, ihr Wertvollstes einer Maschine anzuvertrauen. Es könnte Kratzer oder andere Blessuren davontragen. Wieder andere bevorzugen es schlicht, selbst Hand anzulegen. Manche kommen sogar mit dem eigenen Kübeli auf den Waschplatz. Sie fegen mit Gratiswasser, mitgebrachten Reinigungsmitteln und werden geduldet, auch wenn sie nichts konsumieren. «Manchmal drücke ich so einem einen Jeton in die Hand, damit er sein Auto am Schluss wenigstens ordentlich abspülen kann», sagt Monika Egloff.

Natürlich gibt es aber auch die anderen. Jene, die dreimal wöchentlich vor Ort sind und die gerne Geld in die Autowäsche investieren. «Die kommen dann wegen jedem Blütenstaub und Bienenschissli und polieren ihre Felgen sogar mit der Zahnbürste.» Solcher Fetisch amüsiert selbst Egloffs. Sie pflegen keine spezielle Beziehung zu ihren Fahrzeugen. «Ich sage meinem Mann immer, er dürfe niemandem erzählen, dass wir eine Autowaschanlage haben», erzählt die Chefin lachend. Auch Tochter Denise macht sich nicht sonderlich viel aus ihrem Gefährt, ein älteres Modell. «Es soll sauber sein, ja, aber einen Hype darum würde ich persönlich nicht machen.»

Die erste Liebe hat einen Totalschaden erlitten

Bei Kunde Philipp Köhler und seiner «Jasmine» ist die Situation anders. Es ist eine Art Liebe, die er für den Audi A3 empfindet. Gerade verstreicht er Cockpitpflege im Innenraum. «Das Auto ist meine Frau», betont der junge Gartenbauer. Es ist seine zweite Autoliebe notabene. Die erste hat bei einem Unfall Totalschaden erlitten. Shit happens. Philipp Köhler kommt oft zu Egloff-City. Ihm gefällt die topmoderne Waschstrasse. Ab und zu wäscht er aber auch manuell, je nach Lust und Laune. Was aber heisst oft? «Wenn immer möglich einmal wöchentlich», meint der Autofreak. Eine Staubsaugerstation weiter gilt eine andere Definition. «Alle vier Monate», antwortet Renate Fuchs auf die Frage, wie häufig ihr Auto, ein schickes, jetzt schneeweisses Cabrio, eine Reinigung braucht. Bei Töfffan Mauro Perera, der schon bei der Endreinigung angelangt ist, gilt noch mal ein anderes Rechnungsmodell. Er kommt immer, bevor er seine Maschinen ausfährt. Jetzt ist er aber wegen des Einwinterns da. Die Zwölfhunderter-Yamaha, seine zuverlässige Reisepartnerin, hat ihren Dienst für dieses Jahr getan. Das Herz des Italieners gehört aber einem anderen Gefährt, seiner Moto Guzzi. «An dieser kann ich schon auch mal drei Stunden rumputzen. Es ist für mich logisch, dass man zu schönen Sachen auch besondere Sorge trägt.» Die Sonne scheint, das Wochenende steht vor der Tür. Der Duft nach Mittelchen hält sich in der Nase, die Gischt der Hochdruckreiniger hat die Frisur leicht ramponiert. Aber Hauptsache, die Fahrzeuge sind sauber.

Philipp Köhler pflegt seine «Jasmine».

Philipp Köhler pflegt seine «Jasmine».

Chefin Monika Egloff inspiziert den Technikraum der Waschanlage. (Bild: Reto Martin (Reto Martin))

Chefin Monika Egloff inspiziert den Technikraum der Waschanlage. (Bild: Reto Martin (Reto Martin))

Gelbe Mikrofaser-Bändel im Rückspiegel: Das Ende der Waschstrasse ist erreicht. (Bild: Reto Martin (Reto Martin))

Gelbe Mikrofaser-Bändel im Rückspiegel: Das Ende der Waschstrasse ist erreicht. (Bild: Reto Martin (Reto Martin))

Mauro Perera macht den Finish.

Mauro Perera macht den Finish.

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