Saubere Energie vom Hausdach

Einwohner haben im Herbst den Verein Uerensol ins Leben gerufen. Er fördert in Sulgen und Umgebung Projekte zur Erzeugung erneuerbarer Energie. Für den Bau von zwei Photovoltaikanlagen gibt es jetzt Anteilscheine.

Hannelore Bruderer
Drucken
Teilen
Setzen auf erneuerbare Energie: Vereinsmitglied Daniel Zingg und Vereinspräsident Michael Mannale vor Zinggs Stall in Uerenbohl. (Bild: Hannelore Bruderer)

Setzen auf erneuerbare Energie: Vereinsmitglied Daniel Zingg und Vereinspräsident Michael Mannale vor Zinggs Stall in Uerenbohl. (Bild: Hannelore Bruderer)

SULGEN. Seit der Gründung des Vereins Uerensol am 14. November 2012 war der Vorstand nicht untätig. «Wir haben einen Gesellschaftsvertrag und einen Dachnutzungsvertrag erstellt, welche die Rechte und Pflichten der Gesellschafter und Liegenschaftenbesitzer regeln», erklärt Vereinspräsident Michael Mannale. «Ferner haben wir eine Homepage eingerichtet und die ersten zwei Projekte vorangetrieben.»

Auch mit einem eigenen Logo kann der junge Verein, der im Moment 28 Mitglieder hat, aufwarten. Als erstes sollen in Uerenbohl zwei Photovoltaikanlagen auf den Stalldächern von Daniel Zingg und Benno Hübscher realisiert werden. Die Vorabklärungen sind getroffen, die beiden Projekte auf der Homepage publiziert.

Zwei grosse Dachflächen

Das Stalldach von Daniel Zingg umfasst 520 Quadratmeter. Es soll mit 322 Panels bestückt werden, die eine Leistung von rund 80 000 Kilowattstunden pro Jahr liefern. Der Kostenrahmen liegt bei rund 200 000 Franken.

Etwas kleiner ist die Fläche von Benno Hübschers Dach. Es umfasst 452 Quadratmeter. Mit einer Anlage von 278 Solarpanels sollen dort um die 70 000 Kilowattstunden pro Jahr erzeugt werden. Für diese Anlage sind Kosten von circa 170 000 Franken veranschlagt. Die Jahresleistung pro Dach entspricht etwa dem jährlichen Verbrauch von 14 bis 16 Haushalten.

Gesellschafter reden mit

«Wir haben beide Projekte bewusst noch nicht detailliert ausgearbeitet», erklärt Michael Mannale. «Sobald genügend Anteilscheine verkauft sind, wird mit den Investoren eine einfache Gesellschaft für den Bau und den Betrieb der Anlage gegründet. Die Gesellschafter haben ein Mitspracherecht bei der Auswahl des Materials und bei der Arbeitsvergabe.» Damit die Detailplanung zügig durchgeführt werden kann, hat der Vorstand des Vereins Uerensol im Vorfeld bereits verschiedene Angebote eingeholt, die er an der Gesellschaftsversammlung präsentieren wird.

Rendite berechnet

Eine Investition in die beiden Anlagen sei nicht nur für die Natur ein Gewinn, ist der Vereinspräsident überzeugt. «Ausgehend von aktuellen Zahlen, weisen unsere Berechnungen eine Rendite zwischen zwei und fünf Prozent aus», sagt Mannale. Können die finanziellen Mittel für ein Projekt nicht vollständig durch die Gesellschafter aufgebracht werden, dann besteht die Möglichkeit, bei Geldinstituten Kredite zu günstigen Konditionen aufzunehmen.

Michael Mannale ist jedoch zuversichtlich, dass dies nicht notwendig sein wird. Sind die beiden Projekte auf gutem Weg, sollen noch weitere Aktivitäten im Bereich der nachhaltigen Energiegewinnung geprüft werden.

Aktuelle Nachrichten