Sanierung ist auf gutem Weg

Mit einem Kostenaufwand von 2,47 Mio. Franken wird die Heldswilerstrasse in Kradolf saniert. Die Aufgabenstellung ist aufgrund der speziellen Verhältnisse schwierig. Die Grossbaustelle bleibt dem Dorf noch einige Zeit erhalten.

Georg Stelzner
Merken
Drucken
Teilen
Auf der ersten Etappe kommen die Arbeiten schneller voran als erwartet; hier erhält die Heldswilerstrasse einen neuen Randabschluss. (Bilder: Georg Stelzner)

Auf der ersten Etappe kommen die Arbeiten schneller voran als erwartet; hier erhält die Heldswilerstrasse einen neuen Randabschluss. (Bilder: Georg Stelzner)

KRADOLF. Es gibt nicht viele Bauvorhaben, die bis zur Realisierung einen so langen Weg zurücklegen müssen. Im Falle der Heldswilerstrasse reicht der erste Anlauf ins Jahr 1989 zurück. Aufgrund anderer Prioritäten und wegen der hohen Kosten musste die Sanierung immer wieder verschoben werden. Als sich dann vor zwei Jahren die Gelegenheit bot, das «heisse Eisen» anzupacken, war der Gemeinderat entschlossen, Nägel mit Köpfen zu machen und es nicht bei einer konventionellen Lösung bewenden zu lassen.

Das Sanierungsprojekt, an dem seit März 2010 gearbeitet wird, ist das Resultat eines Wettbewerbs, an dem sich mehrere Ingenieurbüros beteiligt haben.

Einschneidende Massnahmen

«Die steilen Böschungen haben mich an voralpine Verhältnisse erinnert», schildert Bauleiter Hans Meier von der Rizzolli AG seinen ersten Eindruck. Ihm sei von Anfang an klar gewesen, dass die Sanierung einschneidende Massnahmen erfordern und somit viel Geld verschlingen werde. Als Beispiele nennt Meier das bergseitige Abtragen von Böschungen und die Errichtung von Stützmauern.

Die Strasse sei in einem sehr schlechten Zustand gewesen, betont Meier. Ein wesentlicher Punkt der Aufgabenstellung sei die Erhöhung der Verkehrssicherheit, insbesondere für die Fussgänger und Velofahrer. Nicht nur die schadhaften Stellen im Strassenbelag, sondern auch die unübersichtlichen Verhältnisse seien problematisch gewesen.

Zwei Schlüsselstellen

Als Knackpunkte bezeichnet der Bauleiter den Engpass im Bereich der Liegenschaften Lang und Ernst zu Beginn der Steigung sowie den steilen, mit hohen Bäumen bewachsenen rechtsseitigen Hang etwas weiter oben Richtung Heldswil. Das erstgenannte Problem sei mit einem 40 m langen Hangeinschnitt gelöst worden, das zweite mit einer Entlastung des rutschgefährdeten Hanges durch Rodung besagter Waldpartie. «Selbstverständlich», so Meier, «wird jeder Quadratmeter dieser Fläche wieder aufgeforstet.»

Erste Etappe vor Abschluss

Extrem schlechte Bodenverhältnisse im Bereich der Stützmauern waren nach den Worten Meiers die bisher einzigen negativen Überraschungen. Dennoch habe man auf den Terminplan bis jetzt sogar einen Vorsprung von einem Monat. Der Bauleiter führt dies nicht zuletzt auf das kooperative Verhalten der Anwohner zurück. Erfreulich sei auch der bislang unfallfreie Verlauf der Bauarbeiten.

Bedenken wegen der Schüler aus Heldswil, welche die Baustelle täglich passieren müssten, hätten sich ebenfalls als unbegründet erwiesen. Ihm seien keine Zwischenfälle bekannt, erklärt Meier, der im übrigen davon ausgeht, dass der Kreditrahmen eingehalten werden kann.

Derzeit wird auf dem Abschnitt Untere Sonnenbergstrasse bis Ortsende die Tragschicht eingebaut – untrügliches Zeichen für den baldigen Abschluss der ersten, 750 m langen Sanierungsetappe.

Nach dem Jahreswechsel werden sich die Arbeiten auf das 200 m lange Teilstück vom Bahnübergang bis zur Ruhbergstrasse verlagern. Die dort nötigen Arbeiten sollen von März bis Juni ausgeführt werden. «Die heutigen Betonplatten müssen vollständig entfernt und einzeln abtransportiert werden», macht Meier auf eine besondere Herausforderung der zweiten Etappe aufmerksam.

Mit dem Einbau des Deckbelags, vorgesehen im Sommer 2012, wird die Sanierung der Heldswilerstrasse dann abgeschlossen.

Ungewohnter Anblick: Der mit Bäumen bewachsene Hang am Ortsende ist aus Sicherheitsgründen gerodet worden.

Ungewohnter Anblick: Der mit Bäumen bewachsene Hang am Ortsende ist aus Sicherheitsgründen gerodet worden.