Sandro Haag weiss, wie man siegt

AMRISWIL. Der Amriswiler Jung-Unternehmer hat einen Online-Handel für Gamer-Zubehör aufgezogen. Er schliesst damit eine Marktlücke. Das Geschäft boomt, Gamer finden hier nicht nur die passenden Accessoires, sondern auch Beratung.

Rita Kohn
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Sandro Haag bietet die optimalen Accessoires für Gamer an. (Bild: Rita Kohn)

Sandro Haag bietet die optimalen Accessoires für Gamer an. (Bild: Rita Kohn)

Die richtige Tastatur kann entscheidend sein. Davon geht für einmal nicht ein Ergonomie-Fachmann, sondern ein überzeugter Gamer aus. Sandro Haag aus Amriswil spielt leidenschaftlich gerne – am Computer. Er kennt sich aus in allen möglichen Welten, Abenteuern und Communities. Deshalb weiss er auch, dass Tastatur, Joystick und Kopfhörer je nach Spiel darüber entscheiden, ob man eine gestellte Aufgabe bewältigen kann oder nicht.

Genau das bildet nun die Grundlage einer Firma, die der 20jährige Amriswiler kürzlich gegründet hat. «Ich suchte nach einem passenden Equipment für mein Game», schildert er. Sandro Haag stellte fest, dass das Angebot dürftig war. Keiner der Anbieter konnte liefern, was Sandro Haag sich wünschte. Bei den Herstellerfirmen konnte er als End-User jedoch nichts kaufen. Das brachte ihn auf den Gedanken, einen Online-Shop für Gamer aufzubauen.

Mit Lehrlingslohn finanziert

Das Startkapital, das er für sein Vorhaben brauchte, hat sich Sandro Haag vom Lehrlingslohn erspart. Seine Lehrfirma – er absolvierte eine Ausbildung als Informatiker bei der Raiffeisenbank in St. Gallen – war auch von Anfang an über das Vorhaben informiert. «Mein Lehrmeister bot mir auch Unterstützung an», sagt Sandro Haag.

Die Gründung einer eigenen Firma forderte den jungen Mann. «Ich musste mich zuerst in die Materie einlesen und mich erkundigen, was ich alles beachten muss, wenn ich eine Firma gründe», sagt er. Zunächst dachte er darüber nach, dafür einen Fachmann zu engagieren, entschied sich letztlich aber dagegen. Das vorhandene Kapital sollte vollumfänglich in den Start von «Gear2Game» fliessen. Ganz alleine stand Sandro Haag mit seinem Vorhaben dennoch nicht: «Meine Freundin hat mich in allem unterstützt.»

Erstes Erfolgserlebnis

Es war ein steiniger Weg, den Sandro Haag gehen musste. Dann aber kam die erste Bestellung herein. «Ich habe mich riesig gefreut.» Als er die Bestellung sah, dachte er: «Eine ist da. Es klappt also!» Bei dieser einen Bestellung ist es nicht geblieben. Je länger, desto mehr Bestellungen treffen bei der jungen Firma ein.

«Ich bin absolut konkurrenzfähig», erklärt Sandro Haag. Seine Preise seien so festgelegt, dass sie auch ein deutsches oder ein österreichisches Publikum ansprechen könnten. Doch momentan versendet Sandro Haag nur innerhalb der Schweiz und ins Fürstentum Liechtenstein. Noch seien die Zollformalitäten für die anderen Länder zu happig, führt der Jungunternehmer aus.

Noch ist es ein Nebenerwerb

Leben kann Sandro Haag von seiner Firma nicht. Noch nicht. Obwohl das Interesse steigt, ist der Vertrieb von Gamer-Zubehör noch ein Nebenerwerb. Einer, der sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. «Das heisst, dass ich selber weniger als früher zum Gamen komme.» Um aber einen seiner Vorsätze zu erfüllen, muss Sandro Haag den Überblick über die Gamer-Szene behalten. «Ich biete nämlich auch Beratung an.» Wenn sich ein Gamer nicht sicher ist, welches Zubehör sich für seine Sparte am besten eignet, kann ihm Sandro Haag weiterhelfen. Das hat sich bereits herumgesprochen.

Nachdem er nun seine Lehre abgeschlossen hat, tritt der Amriswiler demnächst in Zürich eine Stelle als Digital Marketing Projekt Manager Junior an. Ein Job, auf den er sich freut. Daneben will er «Gear2Game» weiter ausbauen. «Sollte es so wachsen, dass es eine Existenz bietet, werde ich mich wohl darauf konzentrieren», sagt Sandro Haag mit einem Lächeln.