SALMSACH: Klein und gut auf Kurs

Die Politische Gemeinde senkt den Steuerfuss um zwei Prozentpunkte. Trotzdem kann sie es sich leisten, im nächsten Jahr zwei Millionen Franken in die Sanierung der Schulanlage Bergli zu investieren.

Markus Schoch
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Markus Schoch

markus.schoch@thurgauerzeitung.ch

Die Gegner der 2013 gescheiterten Fusion mit Romanshorn dürften sich bestätigt fühlen. Während die Nachbarstadt im nächsten Jahr tiefrote Zahlen schreibt und sparen muss, geht es Salmsach finanziell gesehen vergleichsweise gut. So gut, dass die Stimmbürger an der Budget­gemeinde am Montagabend auf Antrag des Gemeinderates einstimmig eine Steuerfusssenkung um 2 Prozentpunkte auf 67 Prozent beschlossen. «Wir können es uns leisten», sagte Gemeindepräsident Martin Haas.

2018 ist zwar ein Minus von rund 74000 vorgesehen. Die Behörde hat aber nach eigenen Angaben vorsichtig budgetiert. Ein tieferer Steuerfuss lasse sich auch langfristig verantworten, beteuerte Haas. Er freue sich darüber, «dass wir es als kleine Gemeinde – mit dem nötigen Willen und Einsatz aller Beteiligten – schaffen, gut auf Kurs zu sein. Damit erbringen wir den Beweis, dass Kleinsein auch kostengünstig bedeuten kann», schreibt der Gemeindepräsident im Budgetbüchlein.

Die bei weitem grössten Investitionen im nächsten Jahr betreffen die Sanierung des Nordtraktes des Berglischulhauses. Die Stimmbürger gaben dafür am Montag einstimmig einen Kredit von zwei Millionen Franken frei. Allein für die Erneuerung der Fassaden, des Flachdachs und die Wärmedämmung sind 300000 Franken eingesetzt, 250000 Franken kostet der Ersatz der Decken-, Boden- und Wandbeläge. Die Politische Gemeinde übernimmt die Finanzierung, weil die Primarschulgemeinde in sie integriert ist.

Weitere grössere Projekt stehen im Moment nicht an – mit Ausnahme der Revitalisierung der Salmsacher Bucht. Es geht unter anderem darum, den Verlauf der Aach ins Naturschutzgebiet zu verlegen. In der Erfolgsrechnung sind dafür im nächsten Jahr 20000 Franken eingestellt. Der Betrag sei aber bloss ein Platzhalter, meinte Gemeindeschreiberin Nicole Haas. Wann es losgehe, sei im Moment noch nicht klar, sagte Gemeindepräsident Martin Haas. Grund dafür sei, dass der Kanton damit beschäftigt ist, die Gewässerräume festzulegen, so dass keine Kapazitäten für anderes mehr seien. Bis Ende 2018 sollten die Gemeinden und Städte verbindlich wissen, wie es bei ihnen aussieht.

Salmsach versteht sich als gesunde Gemeinde und ist Teil eines kantonalen Netzwerkes. Gemeinderätin Marina Bruggmann zählte all die Anlässe auf, die unter diesem Titel 2017 bereits stattgefunden haben beziehungsweise die noch auf dem Programm stehen: Es waren sehr viele. Es würden unzählige und unbezahlbare Stunden an Freiwilligenarbeit geleistet. «Es ist einfach nur grossartig.»