SALENSTEIN: Schlussstrich per sofort

Gemeindepräsident Roland Nothhelfer bleibt nicht bis zur Ersatzwahl im September im Amt. Ein Verbleib sei «unter den aktuellen Umständen unmöglich». Bruno Lorenzato übernimmt vorderhand.

Urs Brüschweiler
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Urs Brüschweiler

urs.brueschweiler@thurgauerzeitung.ch

Der Streit im Salensteiner Gemeinderat ist offenbar völlig eskaliert. In einem Communiqué teilt Gemeindepräsident Roland Nothhelfer mit, dass er per sofort zurücktritt und nicht erst nach der auf den 24. September angesetzten Ersatzwahl. «Anlässlich der Gemeindeversammlung vom 15. Juni habe ich meinen Rücktritt als Gemeindepräsident von Salenstein bekannt gegeben», schreibt Nothhelfer. Sein Ziel war, das Amt bis zur Neuwahl weiter zu führen und sauber zu übergeben. «Dies ist jedoch unter den aktuellen Umständen unmöglich, da ein Teil des Gemeinderates mehr gegen das Kollegium als mit diesem zusammenarbeitet und ich deshalb per sofort als Gemeindepräsident von Salenstein zurücktrete», heisst es in der Mitteilung. Und weiter: «Die gezielten Machtspielchen gewisser Personen, um ihre eigenen Ambitionen durchzubringen, sind für mich keine Art der Zusammenarbeit.»

Gemeinderat Bruno Lorenzato übernehme ab sofort interimsmässig die Leitung der Gemeinderatssitzungen, teilt Nothhelfer mit. Diese Zwischenlösung hatten bereits die beiden Gemeinderäte Lorenz Stopper und Markus Irsslinger vorgeschlagen (unsere Zeitung berichtete).

Teamgeist ist nicht mehr vorhanden

Dass man sich in Salenstein in einer emotionalen Ausnahmesituation befindet, zeigen auch Nothhelfers weitere Ausführungen und Vorwürfe an namentlich allerdings nicht genannte Gemeinderatsmitglieder: «Ich wurde zu Anstand und Respekt meinen Mitmenschen gegenüber erzogen, was ich bei einigen Leuten im Gemeinderat manchmal vermisse. Teamgeist, eines der wichtigsten Kriterien in einem solchen Gremium, ist momentan leider nicht mehr vorhanden.» Während 34 Jahren im Gemeinderat habe er mit rund 25 verschiedenen Personen erfolgreich zusammengearbeitet, und man pflegte stets einen respektvollen Umgang, auch wenn hart diskutiert wurde.

Verständnis für Crupis Rückzug

Nothhelfer habe von Beginn seiner Amtszeit an den Wunsch gehegt, mit dem heutigen Vizegemeindepräsident Giovanni Crupi einen geeigneten Nachfolger zu haben. «Doch ich verstehe seinen Entscheid, die Kandidatur als Gemeindepräsident zurückzuziehen, da gewisse Gemeinderäte den respektvollen Umgang gegenüber dem Präsidialamt vermissen lassen.»

Nothhelfer wünscht abschliessend den geschätzten Stimmbürgern der Einheitsgemeinde alles Gute für die Zukunft und bittet sie betreffend seiner Nachfolge genau hinzuschauen und hinzuhören, damit ein geeigneter Kandidat gefunden werden kann. «So beende ich nach 34 Jahren im Dienste der Gemeinde Salenstein mein Amt per sofort und danke den Bürgerinnen und Bürgern für ihr entgegengebrachtes Vertrauen und hoffe auf ihr Verständnis für diesen Schritt.»