SALENSTEIN: Nicht nur gut, sondern fair essen

Im Rahmen des Arenenberger Tages findet am 11. Juni der erste Slow-Food-Markt in der Ostschweiz statt. Im Bistro Louis Napoléon wird künftig verstärkt auf regionale Produkte gesetzt.

Nicole D’orazio
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Gruppenbild mit Slow Food: Martin Huber, Direktor des BBZ Arenenberg, Küchenchef Roland Höhener, Beatrice Forster, Leiterin Gastronomie, und Michael Higi, Präsident von Slow Food Ostschweiz. (Bild: Nicole D’Orazio)

Gruppenbild mit Slow Food: Martin Huber, Direktor des BBZ Arenenberg, Küchenchef Roland Höhener, Beatrice Forster, Leiterin Gastronomie, und Michael Higi, Präsident von Slow Food Ostschweiz. (Bild: Nicole D’Orazio)

Nicole D’Orazio

nicole.dorazio

@thurgauerzeitung.ch

Gut, fair und sauber: Das will Slow Food sein. «Wir sind eine Bewegung gegen Fast Food. Wir wollen die Hand kennen, die unser Essen produziert», sagt Michael Higi, Präsident des Vereins Slow Food Ostschweiz, vor den Medien. «Der gute Geschmack ist wichtig. Kein Gentech, keine Verstärker.» Wichtig sei, dass die Nahrung aus fairer Tierhaltung und zu einem fairen Preis verkauft werde. Kurz: Slow Food trete für die Biodiversität und nachhaltige Lebensmittelproduktion ein und kämpfe gegen Food Waste, die Verschwendung von Nahrungsmitteln. «In den Schweizer Städten ist Slow Food ein grosser Trend. In der Ostschweiz hinken wir noch etwas hinterher.» Doch das soll sich nun ändern: Am Sonntag, 11. Juni, findet auf dem Arenenberg der erste Slow-Food- Markt der Ostschweiz statt.

«Für uns ist es ein Glücksfall, dass wir hier sein dürfen», sagt Higi. «Gutes Essen ist ohne die richtige Grundlage nicht möglich. Und hier, wo Landwirte ausgebildet werden, passen wir gut hin.» Am Markt werden rund 40 Aussteller mit dabei sein. Sie kommen hauptsächlich aus der Ostschweiz. Dazu gibt es eine Tavolata und das Slow-Mobil fährt vor. «Es werden besondere Produkte wie der Schlipfer Käse angeboten», sagt Higi. «Das ist ein Käse, der auf der Alp hergestellt wird.» Auch der letzte Holzofendörrer werde anwesend sein.

Spezielle Jubiläen für den Arenenberg

Der Slow-Food-Markt wird in den Arenenberger Tag eingebettet. «Dieser findet zum siebten Mal statt», sagt Martin Huber, Direktor des Bildungs- und Beratungszentrums (BBZ). «2017 ist für den Arenenberg ein besonderes Jahr. Vor 200 Jahren hat Königin Hortense, die Mutter des späteren französischen Kaisers Napoleon III., das Anwesen gekauft.» Und es jähre sich zum 111. Mal, dass Kaiserin Eugénie den Arenenberg dem Kanton Thurgau geschenkt hat. «Am Arenenberger Tag putzt sich das BBZ raus und zeigt, was man hier macht.» Insgesamt gebe es 15 Posten zum Entdecken wie die Gartenwelt, den eigenen Landwirtschaftsbetrieb oder natürlich das Napo­léonmuseum, das zu einem vergünstigten Preis besucht werden kann. Man erwarte zwischen 1500 und 2000 Gäste.

Slow Food soll am Arenenberg nicht nur während des Marktes ein Thema sein. «Slow Food ist mir schon länger ein Begriff. Nun überlegen wir uns, wie man ihn noch schöner und peppiger auf den Tisch bringen kann», sagt Beatrice Forster, Leiterin der Gastronomie des BBZ. Man setze noch verstärkter auf Regionalität, am liebsten auf Lebensmittel aus eigener Produktion oder der Nachbarschaft. «Deshalb haben wir einige Produkte umgestellt. Wir kennen nun 80 Prozent unserer Lieferanten», sagt sie. Im Bistro werde mit Vorliebe Thurgauer Landfrauenküche oder Rezepte aus einem der ersten französischen Kochbücher, dem Cuisinier Impérial, angeboten. «Ich habe darin beispielsweise ein altes Rezept für Lammkroketten und eine Mandel-Birnen-Tarte gefunden. Beides kommt sehr gut an», sagt Küchenchef Roland Höhener. «Diese werden nicht die letzten sein, die wir neu entdecken.»

Infos: www.arenenberg.ch und www.genuss-bewusst.ch