SALENSTEIN: Keine Gegner

Die zwei Kandidaten für das Gemeindepräsidium stellten sich am Montag den Fragen der Einwohner. Peter Hausammann und Bruno Lorenzato haben beide das Ziel, die Gemeinde zu stabilisieren.

Urs Brüschweiler
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Der Ermatinger Peter Hausammann und der Mannenbacher Bruno Lorenzato stellen sich am 26. November zur Wahl. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Der Ermatinger Peter Hausammann und der Mannenbacher Bruno Lorenzato stellen sich am 26. November zur Wahl. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Urs Brüschweiler

urs.brueschweiler@thurgauerzeitung.ch

Eigentlich hatten die beiden Kandidaten einen Moderator für ihr kleines Wahlpodium vorgesehen. Doch der angefragte Gesprächsleiter konnte sich den Termin nicht einrichten. Für Peter Hausammann und Bruno Lorenzato kein Problem: «Dann stellen wir uns die Fragen eben selber», meinte der Interims-Gemeindepräsident und lachte. Auch sonst war an dem Abend von negativer Stimmung in der Gemeinde nichts zu merken. Nach kurzer Zeit war das Eis mit den rund 50 Besuchern, die trotz Räbeliächtli-Umzug und Feuerwehrübung den Weg in den Mittagstisch-Raum der Mehrzweckhalle gefunden hatten, denn auch ge­brochen. Der Ermatinger Peter Hausammann wurde gefragt, ob er denn nicht an seinem Wohnort kandidieren wolle, wenn dort demnächst auch ein neuer Gemeindepräsident gesucht wird. Er sei vor vielen Jahren bereits klar unterlegen, und mit 65 Jahren komme das für ihn nicht mehr in Frage. In Salenstein hingegen will Hausammann nur bis zum Ende der Legislaturperiode 2019 Gemeindeoberhaupt bleiben. «In dieser Zeit will ich ein solides Fundament schaffen.» Bereits zuvor hatte er ausgeführt, dass er bei einer Wahl nur formell nach Salenstein zügeln werde. «Dass ich nicht mein vor zwei Jahren umgebautes Haus aufgebe, werden wohl alle begreifen.»

Das Stellenpensum führte zu Diskussionen

Bruno Lorenzato musste als erstes die Frage beantworten, weshalb er nun doch kandidiere. Unmittelbar nach dem Rücktritt von Roland Nothhelfer schloss er noch aus, dessen Nachfolge mehr als nur interimistisch anzutreten. «Nach dem Knall mussten wir im Gemeinderat eine Lösung suchen. Es gab nur zwei Personen, die nicht vom Streit vorbelastet waren.» Die Wahl sei auf ihn gefallen, er wurde ins kalte Wasser geworfen. Seither habe er das Präsidium als spannende Aufgabe erlebt. Mit einem Pensum von 30 Prozent könne das, trotz aller Unkenrufe, auch funktionieren. So bringe er es auch mit seinem Beruf unter einen Hut. «Als ich hörte, dass es erst einen Kandidaten gibt, habe ich am letzten Tag meine Kandidatur angemeldet.»

Das reduzierte Stellenpensum des Gemeindepräsidenten war das grosse Thema. Für Hausammann ist es kein Problem, wenn es auch etwas mehr wird. Er sei ja pensioniert. In seiner Amtszeit möchte er diese Frage dann verifizieren und eine langfristige Lösung aufgleisen. Lorenzato möchte die Verwaltung stärken. «Der Gemeindepräsident hat die Rolle des Verwaltungsratspräsidenten und der Gemeindeschreiber wäre der CEO.» Interessantes berichtete er über den Streit im Gemeinderat: «Den haben wir eliminiert.» Es habe gar nicht viel gebraucht. Mit straffer Führung, Anstand und Respekt wurden die Wogen geglättet, alle gingen nun nach den Sitzungen wieder miteinander ins Bier.

Salenstein soll eigenständig bleiben

Eine Besucherin wollte wissen, welche Visionen die beiden für Salenstein hegten. Zuerst müsse die Lage stabilisiert werden, war man sich einig. Projekte, wie etwa die Ortsplanung, seien vorerst Aufgabe genug. Auch dass man nicht nur reiche Steuerzahler anlocken, sondern eine gute Durchmischung der Bevölkerungsstruktur anstreben soll, war Konsens. Für Heiterkeit sorgte die Frage nach einer Fusion mit Ermatingen. Für die Kandidaten ist aber klar: Salenstein bleibt eigenständig.