SALENSTEIN: Eclat an der Wahlveranstaltung im «Sternen»

Für den freigewordenen Sitz im Gemeinderat bewerben sich nur noch Bruno Lorenzato und Silvano Castioni. Claudio Keller zog am Samstag seine Kandidatur überraschend zurück.

Margrith Pfister-Kübler
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Bruno Lorenzato (links) und Silvano Castioni (rechts) beantworten am Podium die Fragen von Gesprächsleiter Marcel Schuler. Da war Claudio Keller schon nicht mehr da. (Bild: Andrea Stalder)

Bruno Lorenzato (links) und Silvano Castioni (rechts) beantworten am Podium die Fragen von Gesprächsleiter Marcel Schuler. Da war Claudio Keller schon nicht mehr da. (Bild: Andrea Stalder)

SALENSTEIN. Seit dem Samstagvormittag sieht alles wieder anders aus. Der Kulturverein Salenstein hatte zur Info-Veranstaltung in den «Sternen» eingeladen, um eine neutrale Plattform für die Stimmbürger und die Kandidaten zu bieten. Es ging um die Nachfolge von Gemeinderat Hanspeter Müller, der im Mai seinen Rücktritt eingereicht hatte. «Ich danke für das Interesse am politischen Geschehen», sagte Kulturverein-Präsident Hanspeter Baer zu den etwa 50 Besuchern. Von einer Luxussituation mit drei Kandidaten sprach Moderator Marcel Schuler; er bat: «Bleiben Sie fair.»

Der parteilose Claudio Keller (41) aus Mannenbach bezeichnete sich als Ureinwohner, der im elterlichen Baugeschäft arbeitet. Dann erklärte er: «Ich werde nicht mehr zur Wahl antreten, jetzt wird es halt ein Duell.»

«Jetzt ziehe ich die Reissleine»

«Unschöne Vorfälle und Intrigen» hätten ihn enttäuscht, begründete er seinen Entscheid: «Jetzt ziehe ich die Reissleine und danke allen, die mich unterstützt haben.» Die Rücktrittserklärung wurde ohne Kommentar zur Kenntnis genommen, und Gesprächsleiter Marcel Schuler nahm die beiden verbleibenden Kandidaten unter die Lupe. Bruno Lorenzato (51), Mannenbach, parteilos, gelernter Metallbauer, arbeitet als Betriebsleiter der Metallbauabteilung in der Ammann AG in Tägerwilen. Er bezeichnet sich als politisch neutral und «wenn schon, dann eher Mitte-rechts». Schon früher sei er angefragt worden für die Gemeindebehörde, doch jetzt habe er Kapazität. Es brauche Kitt, Respekt und Vertrauen.

Das Gemeindepräsidium sei für ihn kein Thema, «ich sehe mich als Sachpolitiker», sagte Lorenzato auf eine entsprechende Frage. Silvano Castioni (51), Salenstein, SP-Mitglied, schliesst als Ziel das Gemeindepräsidium nicht aus, doch wolle er zuerst die Hürde in den Gemeinderat nehmen und sehen, wie es intern aussieht. Der Betriebswirtschafter will das Image von Salenstein verbessern und den Steuersatz tief halten. Seine zehnjährige Erfahrung als Stadtschreiber von Kreuzlingen bezeichnete er als «Trumpf» für seine Kandidatur. Fragen aus dem Publikum streiften «unausgesprochene Gefühle von Querelen». Die Ersatzwahl findet am 25. September statt.