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Ruhig, fliessend und weichgezeichnet

Der Reiz des Duo-Abends Béatrice Rogger und Peter Waters am Samstag in der Tonhalle lag im Switchen zwischen komponierter und improvisierter Musik.
Martin Preisser

Bachs berühmtes Air-Thema gehen Béatrice Rogger (Querflöte) und Peter Waters (Klavier) fast trocken sachlich an, um dann sofort in jazzige, später auch impressionistisch anmutende Improvisationen überzugehen, wobei Waters hier mehr die Farben beisteuert und Rogger mit langen Tönen weite Räume andeutet. Das sind Improvisationen zum Geniessen, zum sich wie in Kissen sinken lassen. Ähnliches bei Gabriel Fauré. Seine Liedmelodien sind nur kurz angespielt und dann eigene Bögen mit Ruhe und Ausgewogenheit, Musik im besten Sinne weichgezeichnet. Peter Waters ist Spezialist für Fauré, bei dem er zwischen frühimpressionistischer Textur unermüdlich das Jazzige aufspürt. Béatrice Rogger antwortet auch hier eher mit tragenden Melodie-Horizonten, der ausgekostete Schönklang steht im Zentrum.

Extremes Singen

Beim Original-Bach zeigt Peter Waters mit einem Präludium und Fuge in a-Moll seine ausgefeilte Mezzopiano-Kultur, sein extremes Singen auf dem Klavier, sein überzeugendes Legato, und das alles ohne das Analytische, das Kontrapunktische nur einen Augenblick zu verlieren. Bei Bachs Sonate h-Moll für Flöte und Klavier überraschen die Tempi. Sehr ruhig und meditativ gehalten die beiden ersten Sätze, und bewusst quirlig, pikant-duftig das Presto-Finale. Rogger und Waters spielen diesen Bach klar und immer ein wenig sanft, präzise, aber offen.

Musik zum Zurücklehnen

Überhaupt fällt an diesem Abend zwischen der Musikerin und dem Musiker eine ähnliche Ästhetik auf: Das Hineinlauschen in den entstehenden und vergehenden Klang, das entspannte Auskosten der Kraft der Harmonien. Das erzeugt Musik zum Zurücklehnen, auch wenn man sich da manchmal etwas mehr Zugriff, ein paar klare und objektive Akzente mehr gewünscht hätte.

In Frank Martins wunderbarer Ballade zeigte Béatrice Rogger Flötenspiel mit grossem Überblick, mit Lebendigkeit und Engagement. Peter Waters vorher mit der dritten Ballade As-Dur von Chopin. Der Pianist empfindet das Stück wie einen Wasserlauf, er lässt es fliessen, strömen, erzeugt farbige Klang-Seen. Da gibt es keine vordergründige Brillanz, sondern Waters' unverwechselbare Kunst, mit Klängen Energien aufzubauen. Ein sehr lyrisch empfundener Chopin, auch hier wieder bewusst mehr weichgezeichnet als mit dem Willen zu auch mal kantigerem Zugriff. Béatrice Rogger und Peter Waters: Ein entspannter Wohlfühlabend.

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