Rückenwind für Winterschwimmer

Das Projekt einer Traglufthalle im Romanshorner Seebad erhält breite Unterstützung. Vor kurzem hat sich eine Interessengemeinschaft gebildet, die über eine Unterschriftensammlung die Bevölkerung ins Boot holen will.

Markus Schoch
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Sprung vom Böckli: Auch im Winter soll das 25-Meter-Becken im Seebad künftig genutzt werden. (Bild: Reto Martin)

Sprung vom Böckli: Auch im Winter soll das 25-Meter-Becken im Seebad künftig genutzt werden. (Bild: Reto Martin)

ROMANSHORN. Hanspeter Gross brauchte keine grossen Überredungskünste, um bekannte Gesichter für die Interessengemeinschaft Winterwasser Oberthurgau zu gewinnen. Diese arbeitet darauf hin, das 25-Meter-Schwimmbecken im Romanshorner Seebad jeweils in der kalten Jahreszeit mit einer Traglufthalle zu überdecken. «Es war relativ einfach», sagt der ehemalige Präsident des Schwimmclubs Romanshorn, bei dem die Fäden zusammenlaufen.

An Bord geholt hat Gross diverse Vereinspräsidenten aus der Region wie Peter Gubser vom Kanuclub Romanshorn, Peter Kummer von Volley Amriswil oder Urs Landolt von der IG Sport Region Arbon. Für die Idee begeistern konnte er auch Vertreter aus der Wirtschaft, etwa Roland Schneeberger und Christoph Roth, die Präsidenten der Gewerbevereine von Romanshorn und Amriswil. Ebenfalls prominent vertreten ist die Politik mit dem Egnacher Gemeindepräsidenten Stephan Tobler, der auch Präsident der Regionalplanungsgruppe ist.

Auf verschiedenen Ebenen aktiv

Die Interessengemeinschaft ist bereits auf verschiedenen Ebenen aktiv. Zum einen versucht sie, Gemeinden und Städte in der Region als Geldgeber für den Bau und Betrieb eines Winter-Hallenbades zu gewinnen. Das Gespräch suchen Gross und seine Kollegen auch mit den Schulen, die vom neuen Angebot profitieren sollen.

Um den Verantwortlichen den Entscheid leichter zu machen, sammelt die IG ausserdem Unterschriften für eine Petition, die das Bedürfnis der Bevölkerung nach Winterwasser im Oberthurgau zum Ausdruck bringen soll. «Wir hoffen, dass «ein paar tausend Personen» unser Anliegen unterstützen», sagt Gross.

Das Vorgehen hat sich 2010 im Zusammenhang mit dem Eissportzentrum Oberthurgau (EZO) bereits einmal bewährt. Damals nahmen über 3400 Personen die Politik in die Pflicht, als es darum ging, eine Lösung für die privat betriebene Anlage zu finden, die über Jahre rote Zahlen schrieb. Die Folgen: 2012 sagten die Romanshorner bekanntlich Ja zum Kauf des EZO, an dessen Betrieb sich die umliegenden Gemeinden seither finanziell beteiligen.

Letzte Abklärungen laufen

Die IG will bis etwa Ende Monat Unterschriften für die Traglufthalle sammeln. Bis dahin sollten auch die Entscheidungsgrundlagen definitiv vorliegen: also der Kostenvoranschlag und die technischen Details. Bis jetzt war die Rede von Investitionskosten in der Höhe von rund 600 000 Franken und jährlichen Betriebskosten von rund 200 000 Franken. Die Zeit drängt. Wenn das Hallenbad Münsterlingen im nächsten Jahr schliesst, haben Vereine wie der Schwimmclub Romanshorn im Winter keine Trainingsmöglichkeiten mehr.

Hanspeter Gross Koordinator in der IG Winterwasser Oberthurgau (Bild: Donato Caspari)

Hanspeter Gross Koordinator in der IG Winterwasser Oberthurgau (Bild: Donato Caspari)