Roter Stuhl könnte das Rennen machen

War das ein Ding, als der Gemeinderat dem Parlament mitteilte, dass die in die Jahre gekommenen 260 Stühle und 40 Tische im Rathaussaal ersetzt werden müssen.

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Noemi Schramm auf rotem Stuhl. (Bild: Nana do Carmo)

Noemi Schramm auf rotem Stuhl. (Bild: Nana do Carmo)

War das ein Ding, als der Gemeinderat dem Parlament mitteilte, dass die in die Jahre gekommenen 260 Stühle und 40 Tische im Rathaussaal ersetzt werden müssen. Kaum ein Traktandum hat in letzter Zeit die Parlamentarierseelen dermassen aufgewühlt wie der Kredit von 165 000 Franken für das neue Mobiliar. Eine Parlamentarierin hatte das Geschäft an der Sitzung vom 25.

März sogar zurückweisen wollen, weil sie überzeugt ist, dass nur die vorhandenen Tische und Stühle in den historischen Saal passen. Dem Kredit war schliesslich doch zugestimmt worden, aber auch nur, nachdem Gemeindeammann Max Vögeli dem Parlament ein Probesitzen in Aussicht gestellt hatte.

An der Sitzung vom Donnerstagabend war es soweit.

Neun Stühle eines einzigen Herstellers standen unter der Tribüne aufgereiht, alle vom gleichen Typ, aber in unterschiedlicher Ausführung, mit schwarzen Armlehnen, schwarzen Sitzflächen und geraden Beinen, mit ausgestellten Beinen, grösserer und kleinerer Rückenlehne, elegante mit Chromstahlbeinen und solche ohne Armlehnen. Der einzige rote Stuhl gefiel den Testern am besten. Noemi Schramm von Jung&Aktiv nahm unverzüglich darauf Platz und fühlte sich sehr wohl. Ob der rote Stuhl das Rennen macht, entscheidet aber allein der Gemeinderat.

Meinungsäusserungen der Parlamentarier nimmt Gemeinderat Thomas Bornhauser entgegen, wie er an der Sitzung erklärte. Die Stühle müssen ersetzt werden, weil sie weder stapelbar noch untereinander zu befestigen sind. Die Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen schreibt eine unverrückbare Verfestigung in Räumen mit grosser Personenbelegung vor, weil Einzelstühle im Panikfall zu Stürzen führen könnten. Esther Simon