Rosen erfreuen die Seele

BISCHOFSZELL. Schon am ersten Tag der 12. Bischofszeller Rosen- und Kulturwoche kamen Besucher in Scharen – auch zur Rosentaufe: Die Blume heisst «Delphine», in Erinnerung an die Frau, die bei Aufräumarbeiten am Open Air Frauenfeld gestorben war.

Claudia Gerrits
Drucken
Teilen
Die Sonne und die Sängerin Nubya lachen an der Eröffnung der 12. Bischofszeller Kultur- und Rosenwoche auf der Marktgasse. (Bild: Nana do Carmo)

Die Sonne und die Sängerin Nubya lachen an der Eröffnung der 12. Bischofszeller Kultur- und Rosenwoche auf der Marktgasse. (Bild: Nana do Carmo)

«Oh, wer um alle Rosen wüsste, die rings in stillen Gärten stehn, oh, wer um alle wüsste, müsste wie im Rausch durchs Leben gehn.» Mit diesen Gedichtzeilen von Christian Morgenstern leitete OK-Präsident Bernhard Bischof seine Begrüssung an der Eröffnung der Bischofszeller Rosen- und Kulturwoche ein, in der er auf die Geschichte und Bedeutung der Rose einging. Die Rose erfreue die Seele, hielt Bischof fest.

Gäste aus der Rosenstadt

Zur Feier vom Samstag beim Schlossgraben – musikalisch umrahmt von der Bischofszeller Stadtmusik – sind auch Gäste aus nah und fern gekommen. Der Thurgauer Regierungspräsident Bernhard Koch richtet Grussworte des Regierungsrates aus.

Aus der deutschen Rosenstadt Bad Nauheim sind Bürgermeister Armin Häuser und seine Frau Heike angereist. «Ein grosses Kompliment, Sie können stolz sein auf das, was Sie hier auf die Beine stellen», hält Häuser in seiner Grussbotschaft fest.

Nubya als Taufpatin

Nach der Eröffnungsfeier füllen sich die Stuhlreihen vor dem Rathaus zur Rosentaufe. Mit ihren prächtigen, rosafarbenen Blüten ziehen die Rosen, von der eine ganze Reihe auf der Bühne steht, die Blicke auf sich. «Gezüchtet wurde die Edelrose vom deutschen Rosenzuchtbetrieb Tantau», erklärt später Erwin Meier vom Gartencenter Dürnten.

Mit Trompetenmelodien eröffnen Les Brasseurs die Feier. Die Sängerin Nubya amtet als Taufpatin. «Dass Nubya ohne Zögern zugesagt hat, Taufpatin zu sein, obwohl sie am Nachmittag einen Auftritt in Schaffhausen hat, zeichnet sie als wunderbaren Menschen aus», sagt Bernhard Bischof, als sie auf die Bühne kommt. Mit ihrer wunderschönen Stimme stimmt sie mit dem Lied «How deep is the ocean» auf die Taufe ein. Rosen seien meistens Persönlichkeiten gewidmet, sagt Bernhard Bischof. Eine Persönlichkeit müsse nicht grundsätzlich bekannt, jedoch speziell sein, jemand, der andere erfreuen, begeistern, beeindrucken, ja andere glücklich machen kann. «So wie die Person, auf deren Namen heute eine Rose getauft wird.»

Die Geschichte habe im letzten Sommer begonnen. Mit behutsam gewählten Worten berichtet Bischof von der jungen Frau, die vor knapp einem Jahr als freiwillige Helferin in einem Gewittersturm bei den Aufräumarbeiten nach dem Open Air Frauenfeld ihr Leben verlor.

Die Frau war ein Vorbild

Aufgestellt, motiviert, voller Lebensfreude und besessen von Musik sei sie gewesen, beliebt nicht nur in der Familie, sondern auch bei Freunden, in ihrem ganzen Umfeld. «Die Rose soll all das in Erinnerung bringen, was diese junge Frau an Freude und Glück ausstrahlte und mit ihrer offenen, natürlichen Art auf die Menschen übertrug», führt Bernhard Bischof weiter aus.

Sie sei ein Vorbild, von dem es sich lohne, sich ein Stück abzuschneiden, auch wenn man sie nicht gekannt habe. «Ich taufe die Rose auf den Namen Delphine», spricht schliesslich Nubya, während sie Wasser aus der Thur über die Blumen sprengt. Mit der Hymne «Why should I feel discouraged» setzt die Sängerin den würdigen Schlusspunkt unter eine besondere Rosentaufe.

Rosenprominenz

Dass es auch eine Rose gibt, die nach Nubya benannt ist, können die unzähligen Besucher entdecken, die schon längst zwischen all den vielfältig gestalteten Roseninseln flanieren. Noch manch andere Rosenprominenz gibt es allerdings zu bewundern.

Heidi Klum, Kastelruther Spatzen, Mozart oder Leonardo da Vinci heissen die Rosen. Andere Rosen erfreuen die Besucher und Besucherinnen zuerst einmal mit ihrem Duft und ihren Farben. «Es ist alles sehr liebevoll gemacht und strahlt Atmosphäre aus», sagt Gunda Schray. Sie ist mit ihrem Mann Frieder – er ist stellvertretender Ortsvorsteher der Bischofszeller Partnerstadt Möhringen – an die Rosenwoche gekommen.

Bernhard Bischof: Ein zufriedener OK-Präsident der Rosenwoche. (Bild: Nana do Carmoi / TZ)

Bernhard Bischof: Ein zufriedener OK-Präsident der Rosenwoche. (Bild: Nana do Carmoi / TZ)