Romanshorner will hoch hinaus

Der 75jährige Entertainer Kurt Oberlaender macht bei der RTL-Show «Das Supertalent» mit. Die ersten zwei Runden hat er überstanden. Jetzt hofft er auf den Einzug in die grossen Shows mit Juror Dieter Bohlen.

Daniel Walt
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Beurteilt diese Jury bald Kurt Oberlaender? Dieter Bohlen, Sylvie van der Vaart und Bruce Darnell (v.l.). (Bild: RTL/Stefan Gregorowius)

Beurteilt diese Jury bald Kurt Oberlaender? Dieter Bohlen, Sylvie van der Vaart und Bruce Darnell (v.l.). (Bild: RTL/Stefan Gregorowius)

«Entschuldigen Sie, ich bin voll im Stress!» Mit wenigen Minuten Verspätung ist Entertainer Kurt Oberlaender zum Pressetermin im «Panem» eingetroffen. Er trägt ein schwarzes Hemd mit weissen Streifen. Nicht fehlen darf auch seine Brille mit der unverkennbaren roten Fassung. Der rührige 75-Jährige, auch als «Las-Vegas-Man» bekannt (siehe Kasten), sprudelt nur so vor Plänen, die er bald mit seiner Duettpartnerin Brigitte Fröhli realisieren will.

Er legt Flyer für einen Wellness-Kurzurlaub im Tirol oder eine Kreuzfahrt auf der «Costa Fortuna» auf den Tisch, die das Duo musikalisch begleiten wird.

Werbung in eigener Sache

Gut möglich, dass der Name Kurt Oberlaender bald auch der versammelten Fangemeinde der RTL-Show «Das Supertalent» ein Begriff sein wird.

Der Romanshorner bewarb sich nämlich für die jüngste Staffel der Sendung, in deren Jury unter anderen Popstar Dieter Bohlen und Fussballergattin Sylvie van der Vaart sitzen. Aufmerksam gemacht auf die Ausschreibung wurde Oberlaender von seiner Gesangspartnerin. Schon vorher hatte er viel über die Sendung gehört, sie selbst aber noch nie gesehen.

Trotzdem stand für Oberlaender rasch fest, dass er sich bewerben würde: «In eine solche Sendung reinzukommen, ist doch eine tolle PR», sagt er.

Nervosität beim ersten Auftritt

Einige Zeit nach der Anmeldung erhielt Kurt Oberlaender die Einladung für ein Casting in Stuttgart. Die erste Hürde war geschafft. Der Romanshorner macht sich aber nichts vor: «Bei mir war es wohl das Alter, das den Ausschlag für die Einladung gab. Es gibt nicht viele 75-Jährige, die an so einer Show teilnehmen wollen.

» Als er mit seiner Gesangspartnerin in Stuttgart ankam, erschrak er: «Zwischen 300 und 350 andere Bewerber waren in meiner Gruppe. In einer anderen war auch Bauchredner Roli Berner dabei», blickt Oberlaender zurück. Nach langer Wartezeit war es dann so weit, und der Romanshorner präsentierte vor zwei jungen, ihm unbekannten Jurorinnen ein Medley aus Titeln von Joe Cocker, Barry White und David Lee Roth. «Ich war nervös», bekennt Oberlaender.

Dementsprechend kam es zu einem Texthänger, aufgrund dessen Oberlaender nach dem Auftritt die Flinte bereits ins Korn werfen und sofort abreisen wollte.

Interview gedreht

Kurt Oberlaenders Partnerin war es, die ihn schliesslich überzeugte, auf den Bescheid zu warten, welche Kandidaten eine Runde weiterkommen würden. Und tatsächlich: Schliesslich wurde klar, dass es Oberlaender in die zweite Runde geschafft hatte – als 18. von gerade einmal 20 Kandidierenden aus seiner Gruppe.

Der zweite Auftritt, der dann von RTL in voller Länge gefilmt wurde, gelang. «Im Vorfeld drehten sie auch noch ein Interview mit mir. Sie wollten etwa wissen, weshalb ich hier mitmache», erinnert sich der Sänger und Unterhalter.

Vertrauen in den Sender

Mittlerweile wartet Kurt Oberlaender auf den Bescheid, ob er sich für die grossen Shows, die auf RTL ausgestrahlt werden, qualifiziert hat. «Weil ich jetzt seit längerem nichts mehr gehört habe, glaube ich eher nicht mehr daran», bekennt er.

Angst, dass er in den TV-Shows schliesslich vor Millionenpublikum lächerlich gemacht werden könnte, indem sein früherer Auftritt gezeigt wird, hat er nicht: «Das, was ich gesungen habe, war gut – es gibt wenige, die Joe Cocker und Barry White so imitieren wie ich», sagt er. Leicht nachdenklich wird er einzig, als die Möglichkeit zur Sprache kommt, dass RTL nur kurze Szenen seines Auftritts zeigen und diese mit einem zynischen Kommentar unterlegen könnte.

Schliesslich entscheidet er sich aber dafür, ans Gute in RTL zu glauben: «Ich vermute, jene, die als Pausenclowns präsentiert werden, können wirklich nicht singen oder sind reif für Münsterlingen Seeseite. Ich aber habe mich im Griff», so Oberlaender.

«Dann gehe ich so richtig ab!»

Ganz generell bereut der Romanshorner seine bisherigen Auftritte bei der Show nicht.

«Ich nehme die Erfahrung mit, dass anscheinend auch ich einmal nervös werden kann», erinnert sich Kurt Oberlaender an seinen Hänger beim ersten Auftritt. Zudem habe er gemerkt, dass es in solchen Shows nicht nur ums Talent gehe, sondern vor allem auch darum, unverwechselbar zu sein. Dass er dieses Kriterium bisher wohl vor allem aufgrund seines Alters erfüllte, stört ihn nicht.

Seinen Traum, einmal europaweit gross herauszukommen, wird er selbst dann nicht aufgeben, wenn es ihm nicht für weitere Auftritte reichen sollte. Und falls er doch in den grossen Shows vor einem Millionenpublikum auftreten kann? «Dann mache ich Rock'n'Roll und imitiere Jerry Lee Lewis am Klavier. Dann gehe ich so richtig ab!»

Kurt Oberlaender

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