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ROMANSHORN: «Zu vieles ist gratis und gelogen»

Die Verantwortlichen im Kino Roxy machten am Mittwoch die schwierige Situation der Medienbranche zum Thema. Sie zeigten den Film «Die Vierte Gewalt» und liessen Journalisten zu Wort kommen.

Es geht um die Unabhängigkeit und die Qualität im Journalismus und es geht um die Zukunft der Medienlandschaft. Regisseur Dieter Fahrer gibt in seinem Dokumentarfilm Einblick in den Redaktionsalltag bei der Berner Tageszeitung «Bund», bei der Radiosendung «Echo der Zeit», beim Newsportal «Watson» und beim werbefreien Magazin «Republik», das während der Dreharbeiten noch in der Vorbereitungsphase steckte und erst im Januar online ging.

Vor dreieinhalb Jahren hatte Fahrer mit der Arbeit für seinen Film «Die Vierte Gewalt» begonnen, 260 Stunden Material kamen zusammen. «Im monatelangen Prozess für diesen Dokumentarfilm war für mich entscheidend, die Authenzität der Protagonisten im Bild und Wort festzuhalten», sagte er am Mittwochabend vor viel Publikum im Kino Roxy. «Und ich habe die Medienschaffenden, so wie diese es tagtäglich tun, beobachtet, ge- und befragt und auch hinterfragt.»

Qualitätsjournalismus braucht eine Grundhaltung

In der Gesprächsrunde im Anschluss an die Filmvorführung stellten sich nebst Fahrer auch TZ-Chefredaktor David Angst und die Radio-Journalistin Annina Mathis vom Regionaljournal Ostschweiz den Fragen von Thomas Zuberbühler, dem Leiter Kommunikation des Kantons St. Gallen.

Qualitätsjournalismus brauche eine Grundhaltung, wie etwa «die Welt besser machen zu wollen» oder auch dem Streben nach Wahrhaftigkeit nachzuleben, wie es in den publizistischen Leitlinien des Schweizerischen Presserates festgeschrieben sei, machte Angst klar. «Und so wie es im Film gezeigt wird, wollen auch wir den Menschen nahekommen, wenn wir lokale und regionale Geschichten erzählen.» Das helfe mit zur Sicherung der Qualität. «Das braucht aber auch Zeit und Ressourcen», sagten Chefredaktor und Radiojournalistin. Beides ist ein knappes Gut geworden. Unter anderem, weil Redakteure heute multimedial arbeiten und oft verschiedene Kanäle bedienen.

Das Verbindende fördern

Doch in Zeiten der Informationsflut und den Nachrichten im Sekundentempo des Internets muss die Frage gestellt werden: Welche Geschehnisse sind relevant und als solche erkennbar? Für den Filmemacher Fahrer gibt es heute schlicht zu viele und zu billige News. Und der Druck, immer der Erste sein zu müssen, vergrössert den ohnehin vorhandenen finanziellen Druck noch einmal.

Aus seiner Sicht sollen Massenmedien das Verbindende und das Gemeinsame fördern, letztlich auch das Positive der Welt aufzeigen und zu den Mediennutzern bringen.

Markus Bösch

romanshorn

@thurgauerzeitung.ch

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