Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

ROMANSHORN: «Wir wussten nichts davon»

Der Stadtrat von Romanshorn hat Andreas Diethelm zum Kommandanten der Stützpunkt- feuerwehr gewählt. Die Bedingungen der Ausnahmebewilligung sind aber nicht erfüllt.
Tanja von Arx
Feuerwehrmänner bei einer Übung. Sie trainieren den sogenannten dreifachen Löschangriff. (Bild: Urs Jaudas)

Feuerwehrmänner bei einer Übung. Sie trainieren den sogenannten dreifachen Löschangriff. (Bild: Urs Jaudas)

ROMANSHORN. Die Wahl des Kommandanten hat für Wirbel gesorgt. Im Februar ernannte der Romanshorner Stadtrat Andreas Diethelm zum Chef der Stützpunktfeuerwehr. Jedoch fehlen dem Hefenhofer die gesetzlich vorgeschriebenen Kurse, und es lag eine interne Bewerbung vor, welche die fachlichen Kriterien erfüllte. Die Behörde stützte sich bei ihrem Entscheid auf eine Sonderbewilligung des Kantons (siehe Zweitstoff). Wie sich nun aber zeigt, sind deren Anforderungen nicht erfüllt.

Bon fragt beim Kanton nach

Stadtpräsident David H. Bon sagte gegenüber der TZ, dass man sich bei beiden Bewerbungen mit besonderen Voraussetzungen konfrontiert gesehen hätte. So wäre der 51jährige Christian Zanetti, der sich neben Diethelm bewarb, mit 52 ins Pensionsalter gekommen. Regierungsrätin Cornelia Komposch und das kantonale Feuerschutzamt hätten auf Nachfrage mitgeteilt, dass «die Wahl in Verantwortung der Gemeinde» liegen würde und es mit einem begründeten Entscheid möglich wäre, den Kurs nachzuholen.

Nur: Das Feuerschutzamt begründete, für die Sondergenehmigung wäre massgebend gewesen, dass man im Gegensatz zur Milizfeuerwehr «in einem Anstellungsverhältnis erst mit 65 in den Ruhestand kommt» – diese Bedingung hätte für Zanetti ebenso gegolten wie für Diethelm. Zudem: Wenn Diethelm die zweijährige Ausbildung wie festgelegt nächstes Jahr im Alter von 47 Jahren beginnt, wäre er zum Zeitpunkt des Abschlusses 49. Das würde zwei Jahre Altersunterschied zum heute 51jährigen Zanetti bedeuten – falls er den Kurs besteht und keinen Test nachholen muss. Und zuletzt: Der Stadtrat hat laut Bon mit Diethelm eine Amtsdauer von sieben bis maximal zehn Jahren vereinbart. Bis 65 würde er nicht arbeiten, wie es sich das Feuerschutzamt vorstellt, sondern höchstens bis 55.

«Bleiben bei unserer Aussage»

Christian Stähli vom Feuerschutzamt sagt auf Anfrage: «Wir bleiben bei unserer Aussage.» Um die Vereinbarung zwischen Stadtrat und Diethelm bezüglich der beschränkten Amtsdauer habe man nicht gewusst. Zudem habe die kantonale Stelle «null Einfluss» auf den Entscheid der Stadt. Regierungsrätin Cornelia Komposch sagt, sie habe von der Kandidatur Zanettis gewusst. «Herr Bon hat mir die Ausgangslage betreffend Wahl des Kommandanten geschildert.» Aber auch sie relativiert: «Zu den einzelnen Kandidaturen habe ich mich nicht geäussert, sondern nur zum Verfahren in der Frage der Ausbildung.»

David H. Bon räumt auf Nachfrage ein, dass für beide Bewerber die Ausgangslage gleich gewesen sei. «Dieser Punkt war nur Basis für eine rechtlich einwandfreie Entscheidung, aber nicht der Grund für die Anstellung.» Man wolle für junge ambitionierte Feuerwehrleute Perspektiven auch für das Kommando eröffnen, was lange nicht der Fall gewesen sei. «Erste Priorität ist nun aber die Einarbeitung des neuen Kommandanten.» Der Stadtpräsident schliesst: «Was in sieben Jahren ist, sehen wir, wenn es soweit ist.»

Andreas Diethelm hat sein Amt gestern angetreten. Zum Auswahlverfahren äussert er sich nicht.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.