ROMANSHORN: «Wir brauchen nur Musik»

Das Trio «siJamais» zeigte sein neues Programm «kriminell» beim Bistro-Komitee und erntete grossen Applaus.

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Jacqueline Bernard, Mia Schultz und Simone Schranz. (Bild: Markus Bösch)

Jacqueline Bernard, Mia Schultz und Simone Schranz. (Bild: Markus Bösch)

Sie waren mal zu dritt, traten dann als Gefängnisinsassen-Duo auf die Bühne, um kurz darauf in alter Grösse vereint zu sein: Jacqueline Bernard, Mia Schultz und Simone Schranz erzählten während anderthalb Stunden eine ziemlich schräge Geschichte, wenn die Dritte im Bund den Mord an ihrem Schickimicki-Mafioso gesteht. Das Ziel von allen drei ist die Freiheit, mittels Flucht an einem Auftritt als Trio. Und einen solchen legen sie hin mit grosser Professionalität.

Jüdische Klezmer-Musik, Pop und Klassik

Sie haben allesamt Musik studiert und entlocken ihren Instrumenten unvergleichliche Klänge – Jacqueline Bernard am Klavier, Mia Schultz mit Klarinetten und Simone Schranz am Kontrabass. Und mit den dargebotenen Melodien interpretieren sie weltbekannte Songs, lassen jüdische Klezmer-Musik, Pop und klassische Trouvaillen erklingen und überzeugen mit starken Stimmen. Sie zeigen damit unmiss­verständlich, dass sie weder Schaumbad noch Apéro-Buffet – wie vorher angetönt – brauchen, sondern vielmehr die Musik selber. Und so schnell wie sie vom einen zum andern Musikgenre wechseln können, werden aus der Gefängniskluft ein Paillettenkleid und Stöckelschuhe, werden aus literarischen und musikalischen Vorlagen Lieder mit Sprachwitz und Humor. Obwohl in Freiheit, wurden sie von den Besuchern erst nach zwei Zugaben endgültig aus der Geschichte und von der Bühne entlassen.

Markus Bösch

romanshorn@thurgauerzeitung.ch