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ROMANSHORN: Winner-Mentalität ist lernbar

Hanspeter Gubelmann erzählte an der Kanti, wie Spitzenathleten zu Siegern werden. Mit mentaler Stärke und Durchhaltevermögen allein ist es nicht getan.

Hanspeter Gubelmann war letzte Woche nach Romanshorn gekommen, um den Kanti-Schülern im Ausbildungsgang Matura Talenta, wie auch deren Trainern und Eltern, Impulse mit auf den Weg zu geben. Ein allgemeingültiges Rezept, wie man zur Winner-Mentalität komme, gebe es nicht. Und doch ist der Sportlehrer und Sportpsychologe überzeugt, dass es ein «Mindset» gibt, das sehr gute Sportlerinnen und Sportler von guten unterscheidet. Die Psyche sei entwickelbar, vieles in diesem Bereich lernbar.

Als «Mindset» definiert Gubelmann, der an der ETH doziert und aktuell zehn Einzelsportler und eine Nationalmannschaft sportpsychologisch betreut, das Zusammenspiel von «Denkweise, Einstellungen, Überzeugungen, Orientierungen und Haltungen, die bestimmen, wie eine Person Situationen einschätzt und auf diese reagiert».

Aus Niederlagen gestärkt hervorgehen

Winner-Mentalität beruhe auf einem positiven Selbstbild, einem lernförderlichen Umgang mit Niederlagen und mentaler Stärke. Wer über eine Winner-Mentalität verfüge, besitze unter anderem die Fähigkeit, unter Druck Leistung zu erbringen, und zeichne sich durch ein hohes Mass an Engagement, an Selbstmotivation und an Durchhaltevermögen aus.

Gubelmann präsentierte eindrückliche Beispiele, unter anderem den Horror-Sturz von Simon Amman 2015 in Bischofshofen und verschiedene Bildsequenzen des impulsiven, Tennisschläger werfenden 19-jährigen Roger Federer. Ammans Sturz veranschaulichte den positiven Umgang mit Niederlagen und gleichzeitig betonte Gubelmann, dass solch gravierende Stürze bei mehrmaligem Vorkommen ein Mindset zerstören könnten. Federer, heute einer der ausgeglichensten und in kritischen Situationen gelassensten Ausnahmeathleten, versinnbildlichte die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit. Die Wahrnehmung der Selbstwirksamkeit führe zu einem guten Selbstbewusstsein, und dieses wiederum sei absolut zentral für ein «winning mindset», sagte Gubelmann. Stehen zu bleiben heisst rückwärts zu gehen. Auch dies eine Wahrheit, die vom Sport auf die Schule oder das Leben allgemein übertragen werden kann.

Kinder haben das Recht auf Spiel und Spass

Der Sportpsychologe führte weitere Aspekte auf, die den Aufbau einer «Winner-Mentalität» unterstützen. Ein tragfähiges Familiensystem, breite sportliche Förderung anstelle einer einseitigen, rein wettkampforientierten Frühförderung, Unterstützung zur Selbstständigkeit, umsichtige Betreuung in der Niederlage und genügend Regenerationsphasen sind einige der genannten Bausteine. Im Zusammenhang mit den unterschiedlichen Anforderungen an die Sportlerinnen und Sportler im Kindes-, im Jugend- und im Erwachsenenalter betonte Gubelmann zudem das Recht eines Kindes auf Spiel und Spass, wie auch das Recht, nicht immer Sieger sein zu müssen.

Unter dem Label «Jugend trifft Erfahrung» fand die Veranstaltung der «Offenen Kanti» der Kantonsschule statt. (red)

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