ROMANSHORN: Vom Seeblick zum Lichtblick

Bilanz nach 77 Tagen: Die Genossenschaft Winterwasser Oberthurgau ist begeistert. Mehr Personen als gedacht haben im Seebad das Becken unter der neuen Traglufthalle besucht. Jetzt gilt es, Mängel zu beheben.

Tanja von Arx
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Laues Wasser trotz Eiseskälte: Das Romanshorner Schwimmbecken unter der Traglufthalle. (Bilder: Reto Martin)

Laues Wasser trotz Eiseskälte: Das Romanshorner Schwimmbecken unter der Traglufthalle. (Bilder: Reto Martin)

Tanja von Arx

tanja.vonarx@thurgauerzeitung.ch

Man habe schon gezweifelt, ob um 6 Uhr früh auch jemand kommen werde. Und jetzt verzeichne man während der Morgenstunden die beste Frequenz, sagt Hanspeter Gross, Präsident der Genossenschaft Winterwasser Oberthurgau. Aber nicht nur das. Nach den 77 Tagen, in denen die Traglufthalle über dem 25-Meter-Becken im Romanshorner Seebad in Betrieb ist, fällt die Bilanz auch hinsichtlich Nachfrage und Technik einiges besser aus als erwartet.

250 Abos, 1000 Eintritte

Schon Ende Februar hat die Genossenschaft ihren Businessplan übertroffen. 250 Abos sind verkauft worden und 1000 Eintritte gezählt. Gerechnet hatte man mit 200 Abos und 650 Eintritten. «Wir wollten nicht ‹drüber hinausjubeln›, sondern der finanziellen Sicherheit wegen etwas pessimistisch rechnen», sagt Gross zwar. Der Bedarf sei aber grösser als gedacht. Viele Besucher würden die Kundenorientiertheit schätzen, die Wärme in der kalten Jahreszeit und dass man hingehen könne, wann es einem gehe.

Die Nachfrage nehme ferner beständig zu. Die Volksschulgemeinde Egnach habe beispielsweise ihren Vertrag in Wittenbach gekündigt. «Schulen aus Romanshorn und Neukirch-Egnach belegen zehn Stunden pro Woche», sagt Thomas Gerber, Vizepräsident der Genossenschaft und zuständig für den Belegungsplan. «Vereine und Clubs beanspruchen 25 bis 30 Stunden und die Öffentlichkeit 40 Stunden.» Dennoch gebe es mit 75AABB22Prozent Belegung freie Kapazität. «Es wäre schön, weitere Oberthurgauer Schulen als Mieter zu gewinnen.» Durch gezieltes Marketing hoffe man auch die Primarschule Uttwil zu begeistern und generell die Sek in der Region anzusprechen. «Wir wollen unterstützen, dass die Chance gepackt werden kann», sagt Hanspeter Gross.

Sorgen, weil Wärme entweicht

Einzig zwei technische Aspekte bereiten der Genossenschaft Winterwasser Oberthurgau Kopfzerbrechen. Zwar ist die Traglufthalle mit ihrem leichten, hellen und transportablen Material auf Energieeffizienz ausgerichtet. Ganz so transportabel und energieeffizient ist sie aber noch nicht. Wie der Geschäftsführer des Herstellers Texlon, Klaus Ming sagt, hat die Traglufthalle noch «Kinderkrankheiten».

Gross führt aus, dass man die Traglufthalle einerseits schneller aufbauen können müsse. «Das Ziel ist unter einer Woche.» Andererseits sei die Traglufthalle nicht an allen Stellen luftdicht, wodurch Wärme entweiche. Zwischen Boden und Traglufthalle sowie zwischen zwei Verbindungsteilen der Traglufthalle gebe es Lücken. Über den Daumen gerechnet gelte es so 30 Prozent des Materials zu verbessern oder zu ersetzen.

Da die Genossenschaft von Anfang an mit solchen Risiken gerechnet hatte, weil es sich bei der Traglufthalle um einen Prototypen handelt, hat sie allfällige Mängel in den Werkvertrag aufgenommen. Für die Kosten kommt deshalb der Hersteller auf. Die Mängel werden Ende Saison behoben.

Bis Ostern ist noch offen

In der Woche nach Ostern wird die Traglufthalle zurückgebaut. Dann beginnt in Romanshorn die Freiluftbadesaison. Vertreter der Genossenschaft stehen für den raschestmöglichen Abbau mit der Stadt in Kontakt. Bis dahin können Wasserratten trotz andauernder Kälte das überdachte Nass geniessen.

Schnupperlektionen für Schulen unter www.winterwasser.ch.