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ROMANSHORN: Vier Monate Schule in Provisorium

Die Thurgauische Sprachheilschule in Romanshorn wird derzeit für 3,5 Millionen Franken energetisch saniert. Während der bis Ende September dauernden Bauarbeiten erhalten die Kinder in 25 Containern Unterricht.
Markus Schoch
Die Container sind ausgerüstet mit Heizung, Beamer und Wandtafel. (Bilder: Reto Martin)

Die Container sind ausgerüstet mit Heizung, Beamer und Wandtafel. (Bilder: Reto Martin)

ROMANSHORN. Es ist laut, es ist staubig, und es ist viel Betrieb. Seit Anfang Mai ist der Altbau der Thurgauischen Sprachheilschule aus dem Jahr 1926 eine grosse Baustelle. Zwischen 20 und 30 Handwerker sind aktuell an der Arbeit. Das Gebäude der ehemaligen Textilfabrik Rohrer an der Alleestrasse wird unter der Leitung des Bischofszeller Architekten Christoph à Wengen energetisch saniert. Die Wände und Dächer werden innen zusätzlich mit einer 20 Zentimeter dicken Schicht aus Zellulose-Flocken isoliert. Die einzige Dämmung der Aussenwände bestand bis jetzt aus einer 4 Zentimeter starken Sagex-Platte. «Durch die Verstärkung der Isolation können wir den Heizenergieverbrauch mindestens halbieren», sagt à Wengen. Auch die Fenster werden ersetzt.

Wieder hohe Räume

Durch die Isolation wird die Grundfläche der Räume zwar etwas kleiner. Aber eine Aussenisolation kam nicht in Frage. Das Schulhaus steht unter Denkmalschutz und gilt als «wertvoll». Einzig der nachträglich (1984) gebaute Treppenturm wird aussen gedämmt, so dass die Rippen verschwinden, was optisch nur von Vorteil sei, sagt à Wengen.

Eingeengt werden sich Schüler und Lehrer aber künftig in den gegen 30 Zimmern im Altbau nicht fühlen. Im Gegenteil: Sie dürften ihnen sogar grösser vorkommen. Denn die auf 2,4 Meter abgehängten Decken werden entfernt, so dass die Räume künftig zwischen 2,9 und 3,2 Meter Höhe haben. Und die neuen Decken werden sogenannte Akustikdecken aus Gips sein, die den Schall teilweise schlucken. «Für uns ist das wichtig, weil ein Teil unserer Schüler Hörprobleme hat», sagt à Wengen.

Überall LED-Lichter

Teil des Sanierungsprojektes ist auch die Beleuchtung. «Wir stellen im ganzen Haus auf LED-Lichter um», sagt à Wengen. Sie würden nur einen Bruchteil des Stromes benötigen, den die heutigen Lampen brauchen würden. Zudem werden in den Zimmern so genannte Präsenzmelder installiert. Wenn die letzte Person den Raum verlassen hat, löscht das Licht nach ein paar Minuten automatisch ab. Ersetzt werden die Leitungen für das kalte Wasser. «Sie waren rostig und verstopft», sagt à Wengen. Die grösste Herausforderung für ihn sei die Logistik. «Es muss alles so organisiert sein, dass die Arbeiten nahtlos ineinandergreifen.»

Der Schulbetrieb läuft während der bis Ende September dauernden Bauarbeiten weiter. Und zwar in 25 Containern, die auf dem Schulgelände aufgestellt worden sind. Jeweils drei zusammen werden als Klassenzimmer genutzt, Individualunterricht erhalten die Schüler in einzelnen Containern. Gegessen wird aber weiterhin in der Mensa im Altbau. Die Umbauarbeiten dort werden in den Ferien ausgeführt.

Kunst am Bau

«Es läuft gut», sagt à Wengen. Die Kinder und Lehrer hätten sich schnell an die neue Situation gewöhnt. «Es müssen aber alle zusammenrücken.» Der Lärm von der Baustelle sei zwar zeitweise ein Problem. «Doch ein Ende ist absehbar.»

Dafür können sie sich künftig an einem Kunstwerk von Philippe Mahler aus Kreuzlingen erfreuen. Er gestaltet drei Fensterflächen, die beim Bau des Treppenturms zugemauert worden waren. Und zwar bemalt er sie so, dass es von aussen betrachtet aussieht, als würde man vom Schulhaus hinausblicken. Zu sehen sind Wolken, der Himmel und der Bodensee. «Die Baukommission war sehr angetan von der Idee», sagt à Wengen.

Im ersten Moment vielleicht weniger Freude haben dürfte der eine oder andere Romanshorner an den Plänen der Schule, drei Robinien an der Alleestrasse zu fällen. Christoph à Wengen bittet die Bevölkerung um Verständnis. «Sie sind zu gross geworden und nehmen uns viel Licht weg, so dass wir in den Schulzimmern sogar tagsüber die Lampen anschalten müssen.» Die sogenannten Silberregen sollen durch einheimische kleinere Alleebäume ersetzt werden.

Kostenvoranschlag 3,5 Mio.

Der Kostenvoranschlag für die Sanierung beläuft sich auf 3,5 Millionen Franken. Einen grossen Teil übernimmt der Kanton, der den Betrieb der Schule und auch Investitionen mitfinanziert. Zusätzliche Gelder gibt es aus den Fördertöpfen für Energiespar- und denkmalschützerische Massnahmen.

Christoph à Wengen Bauleitung Thurgauische Sprachheilschule (Bild: Reto Martin (Reto Martin))

Christoph à Wengen Bauleitung Thurgauische Sprachheilschule (Bild: Reto Martin (Reto Martin))

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