Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

ROMANSHORN: Unversöhnliche Töne

Am Dienstagabend diskutierten Gegner des geplanten Spielplatzes auf der Bunkerwiese mit Projektleiter Benno Gmür von der Schweizerischen Bodensee-Schifffahrt. Beide Seiten schenkten sich nichts.
Markus Schoch
Fanden keinen Konsens: Projektleiter Benno Gmür, Moderator Markus Bösch sowie die beiden Gegner Christoph Müller und Silvan Mumenthaler. (Bild: Reto Martin)

Fanden keinen Konsens: Projektleiter Benno Gmür, Moderator Markus Bösch sowie die beiden Gegner Christoph Müller und Silvan Mumenthaler. (Bild: Reto Martin)

ROMANSHORN. Die gegenseitige Abneigung war fast mit Händen zu greifen am Podium des Grünen Forums auf dem Motorschiff «St. Gallen». Auf die Frage von Moderator Markus Bösch, ob er ein gewisses Verständnis für die Gegner des Spielplatzes auf der Bunkerwiese habe, sagte Projektleiter Benno Gmür kurz angebunden: «Nein.»

Umgekehrt zeigten auch Christoph Müller und Silvan Mumenthaler von der IG Bunkerwiese für alli vor den rund 30 Besuchern absolut kein Verständnis für die Pläne der Schweizerischen Bodensee-Schifffahrt AG (SBS), die sie mit einer von 1000 Personen unterschriebenen Petition bekämpfen.

Die Bunkerwiese sei der schönste Platz in Romanshorn, wo sich «Gott und die Welt» treffe. Und sie dürfe deshalb nicht überbaut werden, erklärte Mumenthaler. Zumal die Romanshorner nichts vom Spielplatz hätten. Dass jetzt die SBS komme und ihn für sich allein beanspruche, sei «eine Frechheit», meinte Müller.

Fanden keinen Konsens: Projektleiter Benno Gmür, Moderator Markus Bösch sowie die beiden Gegner Christoph Müller und Silvan Mumenthaler. (Bild: Reto Martin)

Fanden keinen Konsens: Projektleiter Benno Gmür, Moderator Markus Bösch sowie die beiden Gegner Christoph Müller und Silvan Mumenthaler. (Bild: Reto Martin)

Wiese war früher das Drogenzentrum

Die Schifffahrtsgesellschaft habe sich in der Vergangenheit nie um das aufgeschüttete Gelände gekümmert, das ihr der Kanton 1984 für 50 Jahre zum Gebrauch überlassen hatte. Zu einem Bijou und beliebten Treffpunkt geworden sei die Bunkerwiese erst, nachdem er sich vor neun Jahren entschlossen habe, sie sauber zu halten, sagte Müller. Gmür bestritt diese Darstellung: «Die Bunkerwiese war früher das Drogenzentrum der Ostschweiz.» Dass sie es jetzt nicht mehr sei, habe die Bevölkerung der SBS zu verdanken. Es sei zwar richtig, dass Müller Zigarettenstummel auflese. «Damit hätten wir das Gesindel aber nicht weggebracht.»

Es gebe genug andere und bessere Plätze in Romanshorn, wo die Schifffahrtsgesellschaft ihr Projekt realisieren könnte, so dass auch die Ladengeschäfte und die Restaurants am Ort profitieren, meinte Müller. Beispielsweise im Bereich der Skateranlage auf der anderen Hafenseite. Ein Standortwechsel komme nicht in Frage, entgegnete Gmür. «Wir können nicht irgendwo im Gjät einen Spielplatz hinstellen.» Die Lage müsse attraktiv sein, «sonst investiert niemand». Es gehe darum, eine touristische Attraktion zu schaffen, um die Schifffahrt zu stärken und ihr Überleben zu sichern, machte der Projektleiter klar. «Der Spielplatz kann ohne die Infrastruktur der Schifffahrt nicht funktionieren.»

Es könne doch nicht sein, dass die SBS für 30 bis 40 Personen, die sich an schönen Tagen auf der Bunkerwiese aufhalten würden, «alles fallen lässt», sagte Gmür. «Es hat doch noch genug Platz links und rechts zum Grillieren, Spielen oder Spazieren.» Und auch die Bunkerwiese beziehungsweise der Uferbereich werde weiter ohne Einschränkung zugänglich sein. «Auf diesem Gürtel können sich alle wie heute jederzeit aufhalten», sagte Gmür. Dieser schmale Streifen genüge nicht, hielt ihm Müller entgegen. «Wir brauchen in Romanshorn weiter Freiräume.» In der Konzession sei unmissverständlich festgehalten, dass «die Grünfläche, das Ufer und die Molen der Öffentlichkeit zugänglich sein müssen». Also die ganze Bunkerwiese. Es stehe dort aber auch, dass Anlagen auf dem aufgeschütteten Land nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Regierungsrates erstellt werden dürften, präzisierte Gmür. Die Konzession schliesse eine Überbauung der Bunkerwiese also nicht grundsätzlich aus, sondern erwähne sie ausdrücklich als Möglichkeit.

Erfolgsgeschichte weiterschreiben

Die SBS habe mitgeholfen, Romanshorn in Aufbruchstimmung zu versetzen, sagte Gmür. «Wir dürfen jetzt nicht in die alten Zeiten zurückfallen.» Die Besitzer der SBS hätten in den letzten zehn Jahren über 25 Millionen Franken ins Unternehmen investiert, rief Miteigentümer Beat Hirt in Erinnerung. «Und wir haben nie Geld aus der AG geholt.» Ziel müsse sein, dass der Betrieb selbsttragend sei. «Es geht nicht um Gewinnmaximierung, sondern darum, die Erfolgsgeschichte weiterzuschreiben», sagte Hirt. Dafür brauche es aber zusätzliche Einnahmequellen zur Schifffahrt. Nur so könne das Unternehmen am Leben erhalten werden. Einfach ist es nicht, machte Gmür klar: «Wir müssen grausam kämpfen, um die Leute zu uns nach Romanshorn zu bringen.»

Dass es jetzt auch Pläne zur Entwicklung der ehemaligen SBB-Lagerhäuser am Hafen gebe, sei ein Grund mehr, vorwärts zu machen. Und keiner, einen Gang zurückzuschalten, widersprach Gmür Müller. «Wir brauchen noch mehr Restaurants und Anziehungspunkte, um das Hafengebiet attraktiv zu machen.» Dieser Meinung schloss sich Peter Schnückel an, der Geschäftsführer der Kornhaus Romanshorn AG, die das riesige Lagerhaus im letzten Jahr gekauft hat. «Die SBS ist ein sehr guter Nachbar. Ihr Projekt ist eine ganz gute Konsenslösung, die wir unterstützen.»

Um die Romanshorner Bunkerwiese tobt ein erbitterter Streit. (Bild: Reto Martin)

Um die Romanshorner Bunkerwiese tobt ein erbitterter Streit. (Bild: Reto Martin)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.