ROMANSHORN: Täglich kommen bis zu 5000 Gäste

Das Seebad gilt als eines der schönsten Strandbäder der Schweiz. Jährlich lockt es zwischen 80000 und 120000 Badegäste an. Für ungetrübten Badespass in den Becken sorgen modernste technische Anlagen.

Ramona Riedener
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Roland Lüscher steht im Technikraum vor der Filteranlage, in der das Wasser aufbereitet wird.

Roland Lüscher steht im Technikraum vor der Filteranlage, in der das Wasser aufbereitet wird.

Ramona Riedener

romanshorn@thurgauerzeitung.ch

Er galt früher generell und allerorts als Spassbremse Nummer 1: der Badmeister – gefolgt vom Schulabwart. «Der hier ist total in Ordnung, ziemlich cool», meint ein etwa zwölfjähriger Lockenkopf, und sein gleich grosser Freund nickt zustimmend, bevor sich die beiden jungen Badegäste durch die Drehschranke vorbei in die Badi quetschen.

Gemeint ist Roland Lüscher, seit 25 Jahren Badmeister im Seebad Romanshorn. Wenn er mit seinem festangestellten Kollegen, dem Saisonnier, den drei Kassierinnen und den vier Badeaufsichten Anfang Mai die Türen für die neue Badesaison aufschliesst, sind die vier Becken gereinigt und mit rund 7000 Kubikmeter frischem Wasser gefüllt. Das Personal erwartet und erhofft sich einen schönen Sommer, bis die Tore Mitte September wieder geschlossen werden.

Frühschwimmer und Badepläuschler

Der sommerliche Spass hat nichts an Attraktivität verloren. 100000 Badegäste werden durchschnittlich pro Saison im Seebad erwartet. Im Jahrhundertsommer 2003 waren es genau 172562. Täglich tummeln sich 4000 bis 5000 Badefreudige im kühlen Nass. «Pünktlich um acht Uhr, wenn wir aufschliessen, kommen die Frühschwimmer. Die machen ihre Runden und gehen dann wieder», sagt Roland Lüscher. Das gehöre bei dieser Gästekategorie zum Tagesablauf. Deshalb würden sie auch bei schlechtem Wetter kommen, genauso wie jene, die aus Fitnessgründen schwimmen, oder die Generation der über 80-Jährigen, die aus Prinzip den Sommer hindurch im See schwimmen. «Nachher kommen dann jene, die Entspannung suchen und im Schatten eines Baumes im Liegestuhl den Sommertag geniessen. Dann natürlich die Familien, Kinder und Jugendlichen. Viele sind Stammgäste. Sie kommen aus der näheren und weiteren Umgebung. Eine Frau reist sogar alleine mit dem Zug aus Aarau an. Sie kauft sich schon jahrelang eine Saisonkarte und mietet sich eine Dauerkabine.»

Der 62-jährige Badmeister kennt viele seiner Gäste. Da und dort wird ihm zugewinkt, ein Gruss, ein paar Worte oder ein Scherz zugerufen, während er durch die wunderschöne Anlage mit Aussicht auf das deutsche Seeufer und auf den Säntis schlendert.

Der Kreislauf des Wassers

Während der Badesaison macht das Wasser in den Schwimmer-, Nichtschwimmer-, Tummel- und Planschbecken seinen Kreislauf. Rund fünf Tage dauert es, bis Lüscher mit seinem Kollegen im Vorfeld auf die Saison das Frischwasser aus den Hydranten eingefüllt hat. Dies geschieht über Düsen in den Längsseiten der Becken. Während der Badesaison wird das überlaufende Wasser, zum Beispiel beim Hineinspringen oder bei starkem Regen, seitlich in Auffangbecken aufgefangen. Über einen Filter wird es von Grobpartikeln gereinigt, bevor es durch einen unterirdischen Kanal wieder in den Wasserkreislauf geleitet wird. Bei Wasserverlust, welcher beispielsweise durch anhaltendes Schönwetter entsteht, wird automatisch Frischwasser in die Becken zugeführt. Bei Bedarf kann auch ein Teil des verbrauchten Badewassers vom Kreislauf abgezweigt und durch Frischwasser ersetzt werden.

Dass der Chlorgehalt stimmt und damit die Wasserqualität, dafür sorgt eine moderne technische Anlage. Übelkeit und Durchfall wären die Folge einer schlechten Wasserqualität. «Dieses Problem hatten wir zum Glück noch nie», freut sich Lüscher. Nach Saisonende bleibt das Wasser in den Becken, bis es im kommenden Frühling in die Kanalisation abgelassen wird.