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ROMANSHORN: "Störende Bauten sind zu vermeiden": Ist das Hotel am Romanshorner Hafen gar nicht realisierbar?

Am Romanshorner Hafen ist ein Hotel geplant. Erst im Herbst hat ein Grossteil der Bevölkerung Ja gesagt zum Landverkauf. Doch gemäss nationaler Richtlinien wäre eine Realisierung gar nicht möglich.
Tanja von Arx
Im Bogen der Hafenpromenade will Unternehmer Hermann Hess das grösste Hotel im Kanton bauen. (Bild: Manuel Nagel)

Im Bogen der Hafenpromenade will Unternehmer Hermann Hess das grösste Hotel im Kanton bauen. (Bild: Manuel Nagel)

Tanja von Arx

tanja.vonarx@thurgauerzeitung.ch

Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Und zwar in Bezug auf das Hotel, welches der Amriswiler Unternehmer Hermann Hess am Romanshorner Hafen bauen will. Wie Recherchen der Thurgauer Zeitung ergeben haben, schliesst eine Formulierung im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS, siehe Zweittext) ein solches Projekt aus. Dort heisst es in der abschliessenden Empfehlung über die Stadt: «Die charakteristischen Elemente der Hafen- und Bahnanlage dürfen keinesfalls verändert oder sogar abgebrochen werden, störende Neubauten sind zu vermeiden.»

Erst im September hatte mit 63 Prozent ein Grossteil der Bevölkerung Ja gesagt zum Verkauf von Land auf der sogenannten Hafenpromenade. 3900 Quadratmeter stehen Hess nun zur Verfügung, um wie geplant das grösste Hotel im Thurgau zu bauen mit mindestens Hundert Zimmern. Die Erwartungen sind entsprechend hoch.

«Areal sollte als Freifläche erhalten bleiben»

Auf Nachfrage heisst es denn seitens der Verantwortlichen vom Bundesamt für Kultur: «Mit Blick auf den Ortsbildschutz ist das Gelände ein unerlässlicher Teil von Romanshorn, das eine besondere Bedeutung hat und als Freifläche erhalten werden sollte.» Dienstleiterin Marcia Haldemann präzisiert, dass das ISOS gemäss Bundesgesetz über den Natur- und Heimatschutz bei der Erfüllung von Bundesaufgaben in unmittelbarer Weise gilt.

Allerdings verfüge jeder Kanton über einen gewissen Spielraum dahingehend, wie er das ISOS umsetze, sagt Haldemann. «Das ISOS gilt bei der Erfüllung von kantonalen und kommunalen Aufgaben in mittelbarer Weise, da gemäss Bundesverfassung die Kantone für den Natur-und Heimatschutz zuständig sind.» In diesem Sinne müsse das ISOS im Rahmen der Erstellung kommunaler Pläne als Entscheidungsgrundlage berücksichtigt werden.

Dies ist laut Haldemann hinsichtlich des fraglichen Projekts passiert. «Offensichtlich ist das Bundesinventar bei der Erarbeitung des provisorischen neuen Schutzplans vom 21. November 2017 miteinbezogen worden.» Gemäss entsprechendem provisorischem neuem Baureglement seien Hotelbauten in der Hafenzone zulässig, auch wenn es sich beim erwähnten Gelände um eine Ortsbildschutzzone handle. «Da Hotelbauten gemäss kommunaler Planung in diesem Bereich zulässig sind, ist das Projekt realisierbar.»

Interessant jedoch: In der früheren Version des Baureglements von 2001 war das noch nicht der Fall. Dort heisst es: «Die Hafenzone dient der Erhaltung des alten Zollhauses sowie der Aufwertung des ehemaligen Güterschuppenareals und des alten Fährplatzes. Es sind nur bauliche Nutzungen mit touristischer Ausrichtung oder gemischte bauliche Nutzungen mit überwiegend touristischer Ausrichtung wie Hotel- und Restaurantbetriebe sowie Dienstleistungs- und Spezialbetriebe im Zusammenhang mit der See- und Wasserfreizeitnutzung zulässig.» Im aktuellen Baureglement wurde der erste Teil ausgelassen. Dort findet sich nun lediglich noch: «Die Hafenzone dient Nutzungen mit touristischer Ausrichtung wie Hotel- und Restaurantbetriebe sowie Dienstleistungs- und Spezialbetriebe im Zusammenhang mit der See- und Wasserfreizeitnutzung.» Eine geschickte Formulierung, meinen Experten dazu.

Baureglement noch nicht rechtskräftig

Der provisorische Schutzplan befindet sich derzeit zur Prüfung beim Kanton. Das entsprechende Baureglement ist noch nicht rechtskräftig.

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